Sichtachse Alter Marktplatz

Das alte Westerstede, das Bauerndorf mit zentralen Funktionen für die umgebenden Kleindörfer, war eine Mischung aus Straßendorf und Haufendorf. Beim alten Brink, einem Nicht-Marktplatz bei der Kirche, verdichteten sich die Gebäude. Es gab keine ordnenden Straßenfluchten. Man hatte Gebäude in die letzten Winkel hineingequetscht. Da wo heute die Peterstraße wie selbstverständlich beim alten Marktplatz ankommt, standen die Häuser und Anbauten so eng, daß nur schmale Durchgänge vorhanden waren. Mit einem Wagen gab es hier kein Durchkommen. Der große Brand von 1815 gab dem Amtsmann von Negelein die Möglichkeit, einen Wiederaufbauplan vorzulegen. Mit Straßenfluchten in der Peterstraße, einem großen Platz bei der Kirche, dem heutigen alten Marktplatz. Ein Rathaus gab es damals noch nicht. Es genügte ein Zimmer in einem Haus, um das Dorf, das Kirchspiel zu verwalten. Heute lenkt die Peterstraße den Blick auf das Rathaus von 1931. Die spätere Verlängerung der Peterstraße in Richtung der noch späteren Geilerstraße hielt die Sichtachse. Ab der Kreuzung zur Geilerstraße / Grünenstraße knickt diese ab. Von der Geilerstraße blickt man zentralperspektivisch auf die Apotheke, auf die schöne Architekur dieses Gebäude. Die Geilerstraße beherbergte früher noch den Verlauf der alten Schmalspurbahn mit Endstation bei der Gaststätte Linde. Die Geilerstraße verlängert den Blick noch in Richtung der Straße nach Oldenburg. Der Bahngang wurde in den letzten Jahren planerisch, gestalterisch als Achse aufgewertet und richtet sich auf den Marktplatz aus. Eine leichte Krümmung verhindert aber das Dasein als echte Sichtachse.

Blick vom Marktplatz in die Peterstraße

 

Blick von der Geilerstraße zur Kreuzung Ammerländer / Oldenburger Straße

 

Geilerstraße - Blick auf die Apotheke


Die lange Straße ist gekrümmt, der Sichtblick geht auf den Wasserturm

 

Die lange Straße ist gekrümmt, der Sichtblick geht auf den Kirchturm
Der Bahngang - die gekrümmte Sichtachse zum Marktplatz