Orte III

 

Felde 2014 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Felde. Welch schlichter Name. Und doch ein sehr konkreter. Ein bedeutsamer. Für die bäuerliche Wirtschaft, für den bäuerlichen Alltag. Wie es in meiner tauberfränkischen Herkunftsregion in der Kindheit hieß: "Nau's Feld". Hinaus zum Feld. Bäuerlicher Arbeits- und Wegebegriff. Felde wurde wohl von Hollwege aus gegründet. Recht früh. Um 1600. Als Fortsetzung des Hollweger Esches. Wenn auch durch abgängige Söhne. Als Köter. Nach 1800 die große Erschließung des Köhlmoores zum Felder Feld. Bäuerliches Arbeiten und Wohnen noch mehr gesteigert auf den Namen gebracht. Ganz anders kommt der Felder Flugplatz daher. Das auf Schloß umgeschminkt wird. Das Gebäude.  

 

 

 

 

 Schloß Köhlmoor

 

Auf keiner Karte verzeichnet. Ein Schloß dort wo einst Moor war. Das Köhlmoor. Nun ein Flugfeld. Ein Flugfeld mit Schloss. Mit Schlossimitation. Nie gab es hier einen Herrscher. Nun einen Bürgerkönig? Nein, einen bürgerlichen Schlossherrn! Nicht als Käufer eines Schlosses. Ist das überhaupt möglich, dass ein Bürgerlicher ein Schloss begründet? Was ist das hier? Dekadenz, Disneylandhistörchen, Simulation von Adelsglanz oder aufgemalte Imitation? Was auch immer davon. Der Westersteder Stadtrat tagte schon hier. Kaum hatte das Schloss eröffnet. Das neue Schloss sollte wohl dadurch legitimatorische Funktionsgewalt bekommen. Das neue Schloss hat allerdings nur zwei Schauseiten.  Die beiden anderen Seiten kommen banaler davon. Die aufgemalten illusionistischen "Intarsien" über den Fenstern sind durchaus dekorativ und nett anzuschauen. Das muss man dem neuen Schloss schon lassen. Da hat man schon wesentlich öder daher kommende Gebäudesimulationen gesehen - wie z. B. das Wertheim Outlet Village, das eine süddeutsche Kleinstadt simulieren soll und nur billig aussieht.  Das Innere des Schlosses wurde aus verschiedenen Stilepochen zusammengestückelt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 Hüllsteder Feld / Stellhorn 2014  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein landschaftliches Spektakel wird allein schon im Wegeschild Feldkampstraße angekündigt. Und das Versprochene tritt auch ein und auf. Zwei landwirtschaftliche Raumnutzungsprinzipien verschränken sich in diesem kleinregionalen Gebiet. Die Geradliniegkeit der Felderschließung. Die krummen Linien und Grenzen der Kamperschließung. Diese Feingliedrigkeit der Landschaftsgestaltung und -nutzung ist wesentlich bedroht durch die baumschulistische Eroberung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Und durch einen übertriebenen Autobahnwahn. Der die sogenannte Küstenautobahn hier so fern der Küste durchtreiben will.