Orte II

 

Hollwege 2014

 

 

 

 

 

 

 

Westerstede ist Sitz eines Kirchspiels. Eine frühe Form der Gesamtgemeinde. Hollwege gehörte zum Kirchspiel Westerstede. Von Hollwege aus wurden die Dörfer Moorburg und Felde gegründet. Das Gelände zwischen Halstrup und Hollwege zeigt mit tiefgründigem Geläuf, hohem Wasserstand, mit vielen Niederungen, die unter Wasser stehen, die früheren Schwierigkeiten an, von Westerstede nach Hollwege zu gelangen. Fast als Spätfolge dieser Abgeschiedenheit zeigt sich auch heute noch die grün-bewachsene Dörflichkeit des alten Dorfkernes. Die Bäuerlichkeit ist zwar ausgezogenen an den Dorfrand, in die Feldsiedlungen. Dennoch ist Hollwege eine Kulmination ländlicher Ästhetik. Erst mit der Chausseestraße von Oldenburg über Westerstede - Halstrup in Richtung Moorburg / Ostfriesland war Hollwege immer per trockenen Fusses erreichbar. 

 

 

 

Hollwege 2014


 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

Schloss und Gut Fikensolt 2014 

 

 

 

Nachdem der Bewuchs um das Schloss herum kräftig gestutzt wurde, kann Schloß Fikensolt wieder Objekt fotografischen Beschaus sein. Wenn auch nur von außen, da Privatbesitz. Ein Schild bei der Einfahrt klärt über die Braut von Fikensolt auf. Eine Sage. Die verschiedene Ereignisse miteinander verschränkt. Der 53 Jahre alte Junker Johann von Fikensolt verstarb an seinem Hochzeitstag, dem 6. Oktober 1669 an catarrho suffocativo unvermutlich. Vermutlich nach durchzechter Nacht beim hektischen Frühstück an einem Ammerländer Schinken oder einer Fischgräte verstickt. Nach der Sage vergiftet von der eifersüchtigen Köchin. Sagen bringen ja gern auseinanderliegende Ereignisse auf einen Nenner. So starb die Köchin Catharine Steuben 1772 den Freitod im Fischteich des Schlossparkes von Fikensolt. Der nun auch Catharinenteich heißt. Mit der Sage verbunden wurde auch ein Bild, das im Schloss hängt. Das Bild der Braut von Fikensolt porträtiert nicht die Braut von Fikensolt, die zu spät kam, um noch einen lebenden Hochzeiter vorzufinden, sondern die Zweitfrau, die zweite Gemahlin des Oldenburger Grafen Anton I. Im Vareler Schloss wohnend. Später kam das Bild nach Schloss Fikensolt und erhielt seine Synthese mit der unglücklichen Braut, die am Hochzeitstag einen toten Bräutigam vorfand. Schön platt der Spruch aus der Geschichte: "He kummt to lat, as de Brut van Fikensolt", mit dem im Ammerland Zuspätkommende, die einen Schaden vom Zuspätkommen haben, beurteilt werden. Das Schloss von Fikensolt wurde um 1760 erbaut.  Die Details dieser Sage erschloß detektivisch Hermann Ries in seiner Westersteder Gemeindechronik. Neben dem Schloss, Schlosspark ist das landwirtschaftliche Gut beachtenswert. Die mächtige Gulfscheune ist mit einem Davidstern im Rundfenster geschmückt. Da kommt starkes Nachdenken über die geschichtlichen Ereignisse auf. Auch wenn der Davidstern mehr Gestaltungsmittel, wenn auch ein seltenes, denn geschichtlicher Bezug ist. Sein Vorhandensein, das sich erst bei Annäherung und genauerer Betrachtung erschließt, ist Anlaß genug. Interessant wäre auch die Beantwortung der Frage, warum der Davidstern zu einem Gestaltungsmittel eines landwirtschaftlichen Gebäudes werden konnte. Ob der mehr als reine Form dahinter ist? 

 

 

 

 

 

Schloss & Gut Fikensolt 2014


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Suche nach Ihorst 2014 

 

Auf der Vogteikarte von ca. 1790 ist Ihorst eigentlich nur ein Wald. Der über einen Weg von Westerloy aus erreichbar war. Links und rechts des Weges allerdings Moor und Heide. Ihorst gehörte auch zur Bauerschaft Westerloy. Die Karte verzeichnet vom Ihorster Busch aus in Richtung des damals überwältigend großen Lengener Moores kultivierte Moorbereiche. Wohl als Torfsplitt. Als Heizmaterial. Allerdings befand sich der Ihorster Wald jenseits der Ive, der Großen Norderbäke. Die zeigt sich ja bei Hollwege als sehr überschwemmungsreich. Wie kann also hier ein Wald statthalten? Das Moor, das Lengener Moor hat schließlich viele Bäume plattgemacht. Das Moor ist der Bäume Tod. Unter den Moorschichten wurden oft Baumreste gefunden. Das Lengener Moor war baumlos, bot weiteste Sicht, bis nach der Kirchturmspitze von Remels. Ihorst weist auf eine erhöhte Landstelle hin. Nur so konnte ein Wald gegenüber dem vordringenden Moor standhalten. Ein Horst also, eine höhere Stelle, eine Erhebung, wenn auch noch kein Barg, also ein Berg im Nordischen. Im Lengener Moor wurden Eibenstümpfe gefunden. Ive, Ihorst leiten sich auch mit dem I - Ibe - von der Eibe ab. Das passt also. Wenn auch der heutige Forst sich von der Eibe abgewendet hat. Ihorst löste sich erst mit der Moorkolonisation von Westerloy. Blieb einwohnersparsam. Auch heute sucht man beim Radfahren das Ihorstige an Ihorst. Und findet dieses nicht richtig. So gering, so sparsam ist die Besiedlung. Das Gebäude der Ihorster Schule verspricht mehr als dann kommt, als von Ihorst zu finden ist. Die Ihorster Schule liegt zudem noch auf Westerloyer(felder) Gebiet. Weiterhin findet man die Weite des Landes, weniger Besiedlungsverdichtung. Der Himmel, weiße Wolkenfelder steigern diese Weite, die an die Unendlichkeit des Lengener Moores erinnert. Auch wenn dieses an der engsten Stelle nur wenige Kilometer breit war. Man findet mehr die Erhebung, die Ihorst war, als einen Besiedlungskern. Verstreut liegende Einzelsiedlungen, Einzelgehöfte. Bauernhöfe mit heute durchaus beachtlicher Größe. 

 

 

Ihorst - Ive Niederung

 

 

 

Blick auf Ihorster Waldung

 

 

Ihorst - Wo Moor war ist nun Acker&Weide, Baumstreifen, Wolkenfelder

 

 

 

Jungkälber im Containerstand

 

 

 

 

Ostfriesische Bauweise herrscht vor, wenn auch nicht vollständig in Ihorst

 

 

 

 

 

 

 

 

Netter Staketenzaun

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Moorburg / Neuengland 2013/14

 

Moorburg wurde bereits sehr früh von Hollwege aus besiedelt, wie auch Felde. Ab ca. 1600. Die Zollstelle wurde deshalb vom Hollweger Schnapp nach Moorburg, auch genannt  Buttelburg - heute vergessen - verlegt. Von der Schanze ist nichts mehr zu sehen. Von Moorburg aus gab es eine Landwehr zum Wehlen, in Richtung der Felder Friesenschanze. Ein interessantestes Stück ammerländischer Landschaft, der Wehlen, zu Fuß erkundbar. Vielgestaltig, feingliedrig, höhenunterschiedig, vielfältige Vegetation. Neuengland verdankt seinen Namen dem engen Land, das zunächst im Rahmen erster Kultivierung entstand. Wunderschön die Allee von Moorburg über Neuengland nach Halsbek.