Orte

 

Wittenheim Witken Westerstede









Westerstede - Wittken - Wittenheim. Ein gespanntes Verhältnis. So gespannt, dass lange diskutiert wurde, ob eine Straße nach dem Namen dieses Amtmannes genannt werden sollte. Der Mann war nicht von Adel, sondern bäuerlicher Herkunft. Die er hinter sich ließ. Lassen wollte. 1746 als Alarich von Witken in den Adelsstand gekommen, zudem Pfalzgraf. Ab 1722 bereits als Amtmann auf Burgforde. Ebenfalls 1746 wurde ihm Burgforde als Lehen übertragen. Genannt von nun an Wittenheim. Witkens Heim.Witken urteilte über die Ammerländer: „Die Ammerländer sind von langer, magerer Statur und dabei wegen der guten Luft gesunder, starker Complexion, so dass hier die Leute am längsten leben in der Grafschaft wiewohl sie wegen des Moores von Gesicht meistens schwarz oder bräunlicher Farbe sind wie ihr Hornvieh, welches auch meistens schwarzer Farbe ist. “Als der Amtssitz nach Westerstede verlegt wurde, verlor die burgliche Anlage seine Bedeutung und wurde abgetragen. Heute erinnern Gräben, Wälle an die Burg, an die Burganlage. Nun ein beliebter Spaziergangsort der Westersteder. Stark bewaldet, auch mächtige Buchen.







 

Feld der Baptisten u Flugzeuge


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Felde beeindruckt eine bescheiden wirkende Kapelle. Aufmerkend die deutliche, bedeutsame Inschrift: Bethaus getaufter Christen. Das fordert zur näheren Beschäftigung heraus. Inzwischen ist eine Hinweistafel angebracht, die aufklärt. Um was es hier geht. Ältestes Bethaus der Baptisten in Europa. Felde war einer der ersten Orte der erfolgreichen baptistischen Missionierung. Im Grunde genommen eine Wiederkehr der Wiedertäufer des 16. Jahrhunderts. Da die Kapelle außerhalb der Betzeiten abgeschlossen ist, gilt der alte Grundsatz „Kirchen von Außen, Wirtschaften vonInnen“. Zumindest der erste Teil. Einblick durch die Fenster. Die Kapelle ist einfach gestaltet. Ausgerichtet auf das Wort. Etwas Orgel dazu. Der Friedhof verzichtet auf Wege. Um die Gräber herum Dauerbegrasung.Der Weg von Westerstede nach Felde heißt zudem „Wittenheimstrasse“. Die Westersteder ehren also den unbeliebten Witken gar zweifach! Größtenteils Allee. Waldreichtum. Wunderschön das spitzwinklige Zulaufen des Allee-Weges von Hollwege auf die Straße nach Felde. Immer wieder ein Bildfang. Der Flughafen liegt etwas versteckt. In einer gepflegten Parklandschaft. Er bezeichnet sich als Tor zu Europa. Die Schilder um den Flugplatz herum geben Anlaß zur Satire. Ein Feld neben dem Flughafen wird als Landeplatz bezeichnet. Betreten ist verboten. Bei der Landebahn wird vor tief an- und abfliegenden Flugzeuge gewarnt. Als ob ein Flugzeug hier hoch anfliegen könnte!

 

 

 

 

 

 

 

Hollweger Moor


 

 

 

 

 

Das ziemlich versteckt liegende Hollweger Moor unterscheidet sich deutlich vom Stapeler Moor. Das Hollweger Moor weist bereits auf vielen Flächen den menschlichen Einfluss - besonders durch Entwässerung, Torfabbau, Moorbrand, Buchweizenanbau auf. Viele ehemalige Moorflächen sind verbuscht, mit Birken besetzt. Damit gibt das Hollweger Moor durchaus einen wichtigen Einblick die Moorgeschichte, in die Versuche aus dem Moor fruchtbares Land zu gewinnen. Baumreste im Moor zeigen, wie das Moor Bäume zum Absterben bringt. Oder wurde hier "manuell" durch Pflegearbeiten nachgeholfen? Um die Verbreitung der Torfmoose zu fördern?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hollwege









Die Hollweger Mühle. Von weitem imposant. Trotz gestutzter Flügel. Ende des 19. Jahrhunderts wie einige andere Mühlen im Ammerland gebaut. Mitmächtiger Bausubstanz. Dennoch ohne lange Zukunft. Heute als Wohnhaus attraktiv. Hollwege, aus der Lageungunst heraus leicht als Hohlweg gedeuted (auch wenn Carl Baasen aktenkundig eher Holwede als Ursprungsnamen deutet), lag nahezu am Ende der Welt. Zumindest der ammerländischen. Selbst die Wegverbindung über Halstrup nach Westerstede war schlecht. So schlecht dass Friesen und sonstige Kriegsleute den Eroberungszug nach Hollwege scheuten, befürchteten im Schlamm stecken zu bleiben. Der Totenweg schreckte Fremde ab. Von Hollwege aus wurde Moorburg besiedelt. Aufgrund der Abgrenzung heirateten die Hollweger überwiegend innerorts, teils noch nach Moorburg und Felde. Heute besteht eher das Problem, dass man auf der Autostrasse zu schnell Hollwege durchquert. Ohne einen bleibenden Eindruck gewonnen zu haben. Ein echter Verlust. Hollwege kennen zu lernen heißt Hollwege mehrfach zu erlaufen, und damit auch zu erkunden. Ein ländlicher grüner Ort, der noch von viel Bäuerlichkeit imprägniert ist. Entdeckenswert.









Friesenschlacht 1457


 

 

 

 

 

 

 

 

7000 Friesen sollen sich zum Raubzug ins Ammerland aufgemacht haben. Wer hatte diese gezählt? Die Ammerländer leisteten wohl überraschend starken Widerstand. Überrascht wurde die Friesen beim Rückzug. Der Heerweg durch den Seggernford zwischen Mansie und Fikensolt war versperrt. Mit gefällten Bäumen. An dieser Engstelle griffen die Ammerländer die Friesen an. „So haben die Ammerschen Leute also dar durch einen Mut genommen, mit Fröligkeit die Friesen verfolget und männlich in die Fluch geschlagen,und ihrer 300 gefangen zwischen Mansingen und Fikensolte. Sie eileten den Feinden nach, und die liefen also sehr, dass sie ihre Büchsen, Armbruste und stählern Bogen, langen Spießen, Schablinen, Hellebarden, Schilde, Schlachtschwerde und dergleichen Rüstzeug von sich geworfen.“ Soweit die Darstellung des oldenburger Chronisten Hamelmann in der Darstellung der Westersteder Chronik von Hermann Ries. Das Friesendenkmal leidet nicht nur an der vaterländisch ausgerichteten Bauweise des Denkmals. Immerhin. Man gedenkt mehr den Toten auf beiden Seiten als der Schlacht selbst.

 

Die historische Beschreibung der Schlacht zielt mehr auf eine Flucht, einer stampede artigen, hin. Vielleicht hat man hier auch nur die *Nach*hut der Friesen angegriffen? Spekulation! Genauere historische Nachschau wäre vielleicht vonnöten. Carl Baasen bietet in seiner siedlungsgeschichtlichen, landeskundlichen Betrachtung des Ammerlandes eine Erklärung dieser Schlacht anhand der schlechten Wegverhältnisse auf dem damaligen Heerweg an. Die Wege vormals waren als schmale Hohlwege angelegt bzw.entwickelten sie sich im Laufe der Zeit zu diesen. Der Schmutz auf den Wegen, entstanden durch das tiefe Eingraben der Wagenräder, durch den Viehumtrieb auf der Strasse, wurde an die Seite geschaufelt, auf die Wegbänke, die Wälle entlang des Weges. Die damit permanent an Höhe gewannen und den Charakter, die Struktur als Hohlweg prägten und verstärkten. Entwässerungsgräben an diesen Wegen gab es nicht. Der Weg selbst diente der Entwässerung, stand also oftmals unter Wasser. Im Ammerland heißen die Wege in den Niederungen, die temporär unter Wasser stehen, Striek, aber auch Vorde. Im Polanski / Nastassja Kinski Film "Tess" ist eine gestrichener, also unter Wasser stehender Weg zu sehen, wenn auch in England. Aber das Beispiel eines Hohlweges entlang von Hecken demonstriert genug die Schwierigkeit der Durchquerung, des Fortganges.
 

Die Friesen hatten reiche Beute gemacht. Ihre Wägen waren also schwer beladen. Sie kamen beim Abzug kaum voran. Zudem hatten sie vor dem Abzug kräftig den Sieg gefeiert. Die Ammerländer hatten Zeit genug sich zu sammeln, waren orts- und wegekundig. Sie eilten auf den Richtwegen zusammen und trafen sich beim Seggenford. Hier war es besonders naß und tief. Die Wägen kamen kaum vorwärts. Wegen der Enge der Hohlwege konnten diese auch nur hintereinander fahren. Die Ostfriesen beschäftigten sich wegen der schlechten vernässten Wegverhältnisse hauptsächlich mit dem Schieben, Anschieben, Ziehen der Beutewägen. Wurden von der eigenen Beute, da groß und gewichtig, behindert.

 

Der Beutezug wird zudem eine beachtliche Lauflänge der Wägen und Mannschaften gehabt haben. Die Mannschaften der Friesenwaren also auseinandergezogen, auseinandergerissen. Ein Heer von 7000 Mann und Wägen ergibt auf einer schmalen Straße, beengt durch die Hohlweglage, einen kilometerlangen Zug. Eine Überlegenheit auf einem großen übersichtlichen “Kampffeld” konnten sie deshalb nicht herstellen, das sich zudem auf der durch die aufgeschütteten Wälle an den Straßenrändern, Hecken, Baumreihen eingegrenzten Strasse nicht ergab. Das Friesenheer war auf dem Heerweg ein langer und auseinander gezogener Zug. Ein Heer auf dem Marsch war in der Regel geordnet und hatte Vor- und Nachhut. Ob das auch auf die Friesen auf ihrem Abmarsch zutraf ist offen. Ob diese militärische Ordnung in der Situation auf dem rutschigen, matschigen, nassen eingeengten Heerweg geholfen hätte ist fraglich.Die Ammerländer können den langen Zug an verschiedenen Positionen angegriffen haben. Vorne, in der Mitte, an mehreren Stellen. Das Friesenheer hatte aufgrund der Strassenverhältnisse kaum eine Chance sich entsprechend zu formieren und eine Abwehrhaltung einzunehmen. Im Grunde genommen hat ein abziehendes Heer, in der Tiefe des Hohlweges nur Schwachstellen. Auf dem schwierigen Geläuf war auch kein schnelles Formieren möglich,

 

Kommandos, wie agiert, reagiert werden sollten, konnten kaum auf die Schnelle an die Gesamtheit des friesischen Heeres übermittelt werden. Vielmehr wird Unruhe und Gedränge bei den Friesen geherrscht haben, was auf schmierigen Untergrund allein schon zu Chaos, zu Panik führt. Die Attacke der Ammerländer konnte so eine panikartige Flucht der Friesen verursachen, die auf dem verstopften Weg froh sein durften, das blanke Leben zu retten. Deshalb die Beutewägen, schwere Waffen auf der Heerstraße liegen ließen.

 

Die Anlage der früheren Heerwege als Hohlwege gerade im “flachen” Ammerländer Land ließ kein seitliches Entweichen zu. Die Beutewägen konnten nicht über Wälle, Gräben transportiert werden, mit denen gerade die an die Heerstraße angrenzenden agrarischen Flächen umgeben waren. Zudem sind zuwenig abgehende Wege vorhanden, die auch nicht in die Richtung führen, in der die Friesen heimatwärts abziehen wollten. Die schmalen Richtwege, Kirchwege waren ja gerade die Wege, die die Ammerländer nutzten, um die Friesen auf dem Heerweg zu stellen, zu überholen. Insofern werden diese auch von Mannschaften der Ammerländer gehalten, besetzt und dienten keiner Fluchtmöglichkeit der Friesen in ihrer Gesamtheit.

 

Carl Baasen bietet also allein schon von der historischen Kenntnis der Ammerländer Topographie her, so bescheiden sich diese auch in der Höhenentwicklung von wenigen Metern darstellt und der “verwässerten” Heeresstraße eine breite Interpretationsgrundlage des historischen Geschehens. Die Friesen waren aufgrund der Straßenverhältnisse eingeschränkt. Zudem konnte nur auf der Heerstraße der breite Moorgürtel, der Ammerland und Friesland trennt, durchquert werden. Allerdings auf sehr morastigem Untergrund. Der den Friesen mit zum Verhängnis wurde. Sowie die im Ammerland zunächst gelingenden Beuteerfolge. Die aber aufgrund ihrer beschwerlichenTransportfähigkeit keinen schnellen Abzug erlaubte. Die Anlage des Heerweges als Hohlweg schränkte die Friesen ein und minderten das vorherige Kampfpotential entscheidend, da die friesische Truppe kilometerweit auseinandergerissen wurde. Damit wurde die Kampffähigkeit einer zahlenmäßig überlegenen Armee außer Kraft gesetzt, die nur in einer offenen Fläche sich entfalten konnte.

 

Auch wenn die Ammerländer von der Zahl her weit unterlegen waren, sie konnten die Friesen bei ihrem Abzug auf den Richtwegen, Kirchwegen überholen, möglicherweise stoßtruppartig angreifen. Die Beengtheit des Hohlweges, die Unübersichtlichkeit, das Abgeschnittensein von den anderen Teilen des friesischen Heeres, das Fehlen einer Übermittlungsfähigkeit von eindeutigen Befehlen konnte sich nur Panik verstärkend auf die Friesen auswirken. Der ammerländische Morast auf der Heerstraßen war die “Varusschlacht” der Friesen, wenn auch hier viel weniger Verluste an Leben zu verzeichnen waren.

 

Zudem war die friesische Landwehr, die mehr aus Bauern als aus gut ausgebildeten Kämpfern bestand, nicht durch schwerste Rüstungen wie die Römer gehindert, zu flüchten. Das Hinterlassen der Beutewägen, das Fallenlassen der hinderlichen Hellebarden, Lanzen erleichterte das gruppenweise Flüchten. Zudem wußten die Friesen im Gegensatz zu den Römern dass in geringer Entfernung heimisches Gelände vorhanden war. Flüchten, alles hinter sich lassen, konnte die Rettung bedeuten.

 

Umgekehrt konnte das für die Ammerländer bedeuten: Die flüchtigen Haufen der Friesen wurden nicht mehr besonders aufgehalten, da nun die Aussicht bestand, Verlorenes wieder zurück zu bekommen, einen Teil der friesisches Beute für sich zu erhalten. Mangelnde militärische Übung, fehlender Einsatz einer drein schlagenden Kavallerie begünstigten den chaotisch verlaufenden Abzug der flüchtenden Friesen, verhinderten aber auch ein massenhaftes Körpermassaker an den Friesen, das von einem besser ausgebildeten Heer, einem auf Vernichtung agierendem, gedrillten, klar befohlenem Heer in dieser Situation hätte ausgeübt werden können. Hamelmann berichtet dennoch von einem Nachsetzen der Ammerschen Schützen und Ingesessenen, wenn auch nicht klar ist, welche genaue Anzahl dieses letzteScharmützel betraf: “Es haben noch sich der Nachjagt verdrießen lassen die Ammerschern Schützen und Ingesessen, besonders haben nach geeilet den Feinden und sie in großen Haufen auf einen Plaen zwischen Apen und Deteren, da sie sich vor Müdigkeit halben gelagert in der Sprohe, meist auf der Erde liggen gefunden, und zu ihnen künlich hineingesetzet, noch abermals viel gefangen und geschlagen, und die Gefangen sind zu Altenburg in die Festunge gebracht.” Die Verlustzahlen der Friesen sind angesichts der angegebenen Gesamtmenge des friesischen Heeres in Relation betrachtet gering. Sie sprechen nicht von einer Friesenschlacht, sondern vielmehr von einer Friesenflucht.

 

Vom ursprünglichen Wegzustand ist an dieser Stelle wenig nachzuverfolgen. Ein breiter Sandweg ist nun an die Stelle des alten Heerweges mit seinen hohen Wegbänken getreten. Ein Blick in die Umgebung zeigt bei den Waldstellen ein sehr unruhiges Geländerelief, also nicht begradigt sondern sehr uneben. Heute auch von vielen Bänken entlang von Wegen und Gräben durchzogen. Auch das heutige Weideland, früher Heide ist uneben und an den tieferen Geländemilieus verwässert. So läßt sich heute noch verstehen,daß der Friesenzug mit seinen Wägen an dieser Stelle keine Fluchtmöglichkeit außerhalb des Heerweges hatte. An einigen Wegen läßt sich noch schön die heute noch vorhandene Hohlbildung damaliger Wege nachvollziehen, z. B. am Weg ab der Straße in Richtung Ocholt beim Weg zur ehemaligen Burg Mansingen.

 

Am 9. September 2012 wurde am historischen “Schlachtfeld” zu einem Spektakel geladen. Von den Dorfgemeinschaften Fikensoltund Mansie. Diesmal waren die Ammerländer massenweise mit dem Fahrrad unterwegs, um zum Schlachtort zu eilen. Ein historischer Vortrag war angekündigt. Der sich als eher anektodischer erwies. Bei “living History” werden sowieso keine allzu strenge Maßstäbe mehr angelegt. Dabeisein zählt, einen Hauch des historischen zu erhaschen. Nachdem historisierenden Spektakel legten die beiden beteiligten Dorfgemeinschaften Mansie und Fikensolt noch eine günstig zu erwerbende Broschüre auf. Obwohl hier näher auf das “Schlachtgeschehen” eingegangen wird, verdeutlicht sich doch die dünne bisherige Quellenlage und Diskussion der Schlacht. Viel zitiert aus Ammerländer Sicht wird die Chronik von Hermann Hamelmann, bekannt durch die Darstellung von Hermann Ries in der Westersteder Chronik. Allerdings kein Augenzeugenbericht sondern eine eher “tendenziöse” Darstellung, über 100 Jahre danach. In der Broschüre wird auf die Rasteder Chronik verwiesen. Diese gibt allerdings kaum etwas zum genauen Ablauf der Schlacht her, ist aber wohl die Blaupause für die Hamelmann'sche Schilderung. Die Rasteder Chronik wurde von Abt Johann von Gröpelingen geführt, der aber zurzeit der Schlacht in Aurich von Häupling Ulrich festgehalten wurde. Also kein Augenzeuge der Schlacht war, wie es in der Broschüre auf Seite 13 gemutmaßt wurde. Auch die aus “ostfriesischer Sicht gegebenen Darstellungen leiden daran, dass sie einige Jahrhunderte zu spät kommen. Es wären die Quellen zur Geschichte Ostfrieslands (Beninga, E., Chronica der Freesen, Hrsg. von L. Hahn und H. Ramm sowie Möhlmann G., Norder Annalen) genauer zu studieren. 

 

Die Broschüre versucht in den weiteren Ausführungen den historischen Kontextaufzuzeigen, in dem das Ereignis vom 28.03.1457 zu sehen, zu verstehen ist. Um den Ausbau und Erhalt des eigenen Herrschaftsterritoriums von Seiten Oldenburgs unter Graf Gerd, um innerfriesische Machtkämpfe, hier Ulrich Cirksena, später Graf von Ostfriesland, mit seinem Gefolgsmann Sibeth Attena, Häuptling von Esens, gegen den Häuptling von Jever, Tamme Düren, zunächst verbündet mit den Oldenburgern. Der Angriff auf das oldenburgische Ammerland wird von Sibeth Attena mit Unterstützung von Moritz Kankena von Dornum und dem Drost von Lengen, Syveke, auf der Burg Großsander sitzend, also dem Ammerland direkt benachbart, durchgeführt. Also ein Teil des Friesenheeres stammte aus der nächsten Umgebung des Ammerlandes, wenn auch durch die Moorlandschaft des Lengener Moores getrennt. Die “Friesenschlacht” war nur ein Gemetzel unter vielen. Die bäuerliche und auch städtische Bevölkerung Ammerland-Oldenburgs und Frieslands war hier das Opfer von Herrschaftsstrategien und Machtspielen. 

 

Hinweis: Weitere Infos zu 1457 siehe unter Westerstede - Orte - Mansie - alte Heerstrasse und bei Westerstede - Wege - Heerweg Langebrügge - Apen

 

 

 

 

 

 

 

 

Mansie - Lindern


 

 

 

 

Mansie liegt heutzutage versteckt an der alten Heerstrasse, die ihrer Verkehrsfunktion beraubt ist. Die Klinkerstrecke passt mit alter Gediegenheit in die Abgeschiedenheit ein. Das Gelände verdeutlicht, dass hier für das geschlagene Friesenheer abseits der Heerstrasse kaum eine Fluchtmöglichkeit bestand. Auf der einen Seite ein sehr unruhiger Geländeverlauf, eine an vielen Stellen sehr feucht-sumpfige Heidelandschaft, die sich bis heute der landwirtschaftliche Bearbeitung entzogen hat. Der bewaldete Bereich weist mehrfach Wasserstellen auf. Die Mansinger Eschfläche wird heute von den Betrieben des Landschaftsgartenbaus überformt. Das Landschafts- und Dorfbild ist immer noch sehr im Ungleichzeitigen verblieben. Sehr viele alte Bauernhäuser mit Reetdächern sind hier zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Howiek und Karlshof


 

 

 

 

 

 

 

Auf diese Höhe eine Wassermühle bauen
– Howiek und Karlshof

Die alten Vogteikarten zeigen noch das Ammerland, von Mooren getrennt von Friesland. Sie zeigen aber auch, dass viele Siedlungen nahezu wie Inseln, Halbinseln in den umgebenden Mooren waren. Ocholt-Howiek war nahezu das Ende der Welt, wurde als Hinterwelt beschrieben. In den Vogteikarten sind präzise die „Berge“ des Ammerlandes verzeichnet, als feste Orte inselartig sich nur wenig aus dem Moorgelände erhebend. Die heutigen hoch gelegten Wege und Straßen machen es sehr schwierig, das wellige Gelände des Ammerlandes zu bemerken, zu erkennen. Man unterliegt der Täuschung, eine sehr flache Landschaft zu sehen.Der Kenntnis der „minimalen“ Höhenunterschiede verdankt die alte Wassermühle von Howiek ihr Entstehen. Die Legende berichtet, die Howieker Mühlenbauern hätten mit der Oldenburger Obrigkeit vereinbart, die Mühle auf dem höchsten Punkt Howieks zu bauen. Gebaut wurde sie auf dem höchsten Punkt in der Niederung der Ollenbäke, von der ein Mühlbach abgeleitet wurde. Aber auch der Höhenpunkt in der Niederung machte sich nachteilig für die Mühlenbewirtschaftung bemerkbar. Sie konnte nur richtig im Winter, bei gestautem Wasser, mit größeren Nutzungsgrad betrieben werden. Der Wasserstau führte allerdings zu überschwemmten Wiesen in der Nachbarschaft und damit zu innerörtlichem Ärger. Kommt man zur Mühle, ist man auf den ersten Blick sehr verwundert über die Lage der Mühle. Wahrscheinlich wie die damalige Oldenburger Obrigkeit. Ein Straßenschild „Up de Höh“ kennzeichnet die Höhenlage des Geländes.

 

Die alte Klinkerstrasse Richtung Karlshof wirft gleich das nächste „Höhenrätsel“ auf. Der Acker direkt an der Allee liegt auf der einen Seite übereinen Meter höher als der Weg. Auf der Vogteikarte ist hier noch alles als Moorgekennzeichnet. Nur noch Reste des Fintlandsmoor sind vorhanden. Der Karlshof dominiert die kultivierte Landschaft mit seinen herausragenden mehrgeschossigen Gebäuden. Er war ein Zentrum des Reichsarbeitsdienstes, der hier wie an anderen Stellen des Ammerlandes das Moor “kolonisierte”. Die Klinkerstrassen, oft in einem sehr schlechten Zustand, sind von ihrer Entstehung her gesehen recht jung. Sie wurden früher von den “kleinen” Bauern, den Kötern, im Tagelohn gebaut. Geliefert wurden die Klinkersteine aus Bockhorn. Die hochgelegten “Chaussee”straßen, als erste die von Bremen nach Oldenburg, kamen zunächst auf. Ab 1837 wurde die “Steinstrasse” von Oldenburg über Zwischenahn, Westerstede, Hollwege / Moorburg gebaut. Geklinkerte Dorfverbindungswege wurden erst nach 1900 errichtet. Zunächst wurde die innerörtliche Dorfstrasse gepflastert. Vielfach tragen diese neuen “Kunststrassen” mit der völligen Abkehr der früheren “Hohlweg”bildung den Namen “Damm”, obgleich sie nahezu höhengleich zuden umliegenden Landwirtschaftsflächen sind. Die modernen “Kunst”Strassen sind eine radikale Änderung des früheren Strassenbaus. Sie haben nun an den Seiten Entwässerungsgräben, die in die Bäken und Streeks entwässern, statt wie früher selbst der Entwässerung zu dienen, was dazu führte, dass die Strassen an vielen Stellen unter Wasser standen. Man sprach/schrieb deshalb früher von “gestrichenen” Strassen. 

 

Bei der Howieker Mühle und in Grabstede wird mit Schildern und Fotos auf die Geschichte der Klinkerstraßen eingegangen.



 

 

 

 

 

Deepe Burg Gießelhorst


 

 

 

 

 

 

 

 

Über die Stellhorner Straße stößt man auf den Deborgsweg, dem Weg zur “Deburg”, der deepen Burg, sehr versteckt, beiseite, abseits liegend, einer nahezu kreisrunden Anlage, rundum von einem breiten Wassergraben nahezu unzugänglich gemacht, bis auf einen schmalen Steg. Zudem wohl früher nahezu von sumpfigen Wiesen umgeben. Einer Beschreibung der Anlage von 1937 ist heute kaum noch zu folgen. Unklar ist die Entstehungsgeschichte der Anlage. 

 

 

 

Fikensolt u Mansingen


 

 

 

 

 

 

 

 

Schloss Fikensolt und Burg Mansingen

Die Strasse von Westerstede nach Ocholt, ca 6 km lang - die Schilder sindsich bei der Entfernung nicht ganz einig und zeigen unterschiedliche Werte an - führt mit schmiegsamen Kurven, Alleen, Maisfeldern, der Deponie von Mansie, Pferdekoppeln, Gehöften durch die Ammerländer Landschaft. Hier trifft der Marketingnamen *Parklandschaft* zu. Keine Dominanz der Landschafts-Gartenbaubetriebe. Der Ritterweg zeichnet die Lage der ehemaligen hier ansässigen Rittergeschlechter Fikensolt, Mansingen und Seggern nach. Mit dem barocken Schlößchen Fikensolt, anstelle der alten Burg und den umwaldeten Burgwällen derer von Mansingen sind zwei ehemalige Burgstandorte aufsuchbar.Die Herren von Seggern haben keine örtlichen Spuren in der Topographie hinterlassen, außer dem Ortsnamen. Die von Mansingen und von Seggern unterstützten die Oldenburger Grafen im Kampf gegen die Stedinger Bauern. Nicht gerade eine Ruhmestat. Die Lage des Burgwalls Mansingen hat etwas *verwunschenes*. Abseits großer Wege, eingerahmt von Bäumen, Baumgruppen, Sträuchern. Eine historische Idylle, die gern von den Westerstedern besucht wird. Der schmale Pfad ist im Winter / Frühjahr öfters gut bewässert. Bei Frost besser zu begehen. Vom Burgplatz zur Straße nach Ocholt führt ein Hohlweg, der an den Charakter früherer Straßenführungen erinnert. Das Fikensolter Schlößchen ist im Privatbesitz und damit für die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Auch Einblicke auf den Schloßpark sind kaum gegeben. Eine hochgeschossene Hecke verwehrt hier die Annäherung.

 

 

 

 

Herrschaftskunst von Mansingen


 

 

 

 

Die Burghügel von Mansingen sind voll im Bewußtsein der Westersteder Bevölkerung. Werden von Jung und Alt gern aufgesucht. Jogger, Radler, Spaziergänger tangieren oft diesen Ort. Kindergärten, Schulen machen Ausflüge auf die Hügel. Seltsam dass eine Initiative von einem vergessenen Ort spricht. Er sieht zwar verwunschen aus mit seinen landschaftlichen Reizen, mit seiner versteckten Lage. Aber er ist bekannt, er ist im Alltag der Westersteder. Also nicht vergessen.

 

Die Kunstinitiative will nun einen merkwürdigen schiefen Tisch auf Tausendfüßlerfüßen in die Landschaft drapieren. Und dies nun auch gemacht hat. Man will an die kulturelle Bedeutung der Herrschaft von Mansingen erinnern. Diese war allerdings eher unbedeutend. Erwähnungen gibt es kaum für 2 Jahrhunderte. Allerdings waren sie wohl treue Vasallen der Oldenburger Grafen. Nahmen am Kreuzzug gegen die Stedinger Bauern teil. Solchen Schlächtern des Guten soll nun mit einem Kunstwerk gefrönt werden. Und das auch noch christlich verbrämt.

 

Die burglosen Burghügel mit ihrer Bewaldung, Verbuschung benötigen allerdings keine Kunst an der Burg. Sie haben bereits ihre eigene Magie und Schönheit. Alles hier ist schon historisch aufgeladen. Unnötig, ihn noch künstlerisch aufwerten zu wollen. Wenn ja, muß die künstlerische Gestaltung das Vorhandene aufnehmen können, sich in das Wunderbare des Ortes einfügen können. Das gelingt mit dem neuen Fremdkörper überhaupt nicht. Der ist sperrig von Form und Material. Tot gegenüber den aufgeschütteten Hügeln und der die Hügel wieder erobert habenden naturbürtigen Ausstattung.

 

Kunst an der Burg ist wie Kunst am Bau. Überflüssig, wenn sie so banal gemacht ist. Gelungener dagegen der Kunstansatz des Herrschaftssitzes von Wittenheim, der an die Herrschaft, den Herrschaftssitz, aber auch an die Willkür der Herrschaft, an die oft willkürliche Herrschaft des Herren von Wittenheim, Witken und deren Ablehnung durch die gemeinen Leute gemahnt. Das Mansinger HerrschaftsKunstwerk dagegen wird so unbedeutend bleiben wie die von Mansingen. Erhabenheit geht vom HerrschafsKunstwerk nicht aus. Dem Adel wird das Objekt auch von seiner Nicht-Qualität gesehen nicht gerecht. Noblesse oblige ist wohl unbekannt. Allerdings wird das Objekt des "Freialtars" kaum so lang halten wie die Burghügel. Es ist nicht alterungsfähig. Also kein Ansatz einer geschichtlichen Patina möglich. Vergammeln droht zukünftig. Aber dem Objekt fehlen jegliche Potenzen zu einer späteren Ruinenästhetik.

 

Hätte man die Burghügel und die Vegetation, die Weide, die Pfahlwache einfach so belassen wie sie waren. Alles wäre wunderschön gewesen und auch geblieben. Den Künstlern kann man nur empfehlen, sich mit der Theorie des kleinstmöglichen Eingriffes zu befassen. Dann wäre man leicht darauf gekommen dass es hier keines Eingriffes bedarf. Nicht alles Neue ist auch ein gutes Neues. Das kann man bei Ernst Bloch, dem Philosoph des Neuen, nachlesen.

 

 

 

 

 

 

Möhlenbült


 

 

 

 

 

 

 

Man merkt es dem Möhlenbült nicht an, dass er aufgrund menschlichen Eingriffes seine Gestalt verändert hat. Von einem Sandhügel, auf dem möglicherweise mal eine Mühle stand, zu einem idyllischen See. Dessen Begleitflora beim Betrachter die Illusion hervortreten läßt, eine natürliche zu sehen. Der Sand des Möhlenbült wurde beim Bau der Schmalspurbahn abgetragen, so daß erst das Gewässer entstand. Früher ein Badesee, durch den auch gern die Reiter mit ihren Pferden ihren Weg nahmen. 

 

 

 

 

 

 

 

Seggern


 

 

 


 

 

Seggern, abseits liegend, an der Landstrasse Westerstede - Apen kaum wahrnehmbar. Das adlige Geschlechter der von Seggern hat hier keine Spuren in der Topographie hinterlassen, auch auf alten Vogteikarten kein Hinweis auf den ehemaligen Standort des Adelsitzes erkennbar. Auf Google maps gibt es nur wenige verdächtige Spuren. 2 Kreise dicht nebeneinander, ineinander übergehend. Fast wie die übliche Lage zweier Motten. Allerdings ohne erkennbare Wassergräben. Hier ist auch eine deutliche Erhöhung des Geländes zu erkennen. Wenn auch mehr länglich, als abgerundet. Wohl eher irgendetwas anderes. Wohl banaleres. In der heutigen Produktionsweise der Baumschulen zu suchen: Bewässerungsringe. Ähnliche Doppelkreise, wenn auch in symmetrischen Reihen zeigt Google maps auf den Geländen der Baumschulen. Notwendige sommerliche Bewässerung.  

 

 


 

 

 

 

 

Halstrup


 

 

 

 

 

Noch ist das Halstruper Esch in Teilen erkennbar. Die überbordende Bebauung aus Richtung Westerstede hat zunächst mal hier halt gemacht. Aber Westerstedes Baubedarf ist kaum zu stillen, kaum zu stoppen. Das Wachstum der kleinstädtischen Ränder, das Wachstum der Grenzen scheint nicht auf zu halten zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

Sekmeder


 

 

 

 

Sekmeder, was für ein Name. Ein Weg, der schon auf den historischen Vogteikarten verzeichnet ist. Durch Heide führend. Heute aufgeforstet, mit vielfachem Seggenbestand.

 

 

 

 

 

 

Hüllstede


 

 

 

 

Hüllstede, früher als Westerstede besiedelt. Das flächengroße Hüllsteder Esch, ins zu Westerstede gehörde Esch übergehend, nun überbaut, von Industrieflächen in Beschlag genommen. Von der Autobahn von seiner Gemarkungsfläche in Richtung Gießelhorst abgetrennt. Bei der Ausweisung von Baugebieten waren wohl die alten Eschflächen unbekannt, vergessen, unberücksichtigt. Dass hier uraltes Baugebiet der Landwirte genichtet wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Westerloy


 

 

 

 

Westerloy gibt sich als schönes Dorf, und ist in der Orts- und Landschaftsschau ein schönes Dorf. Die Wege nach Westerloy sind alleenhaft, wunderbar. Der Baumbestand im Ortsbereich alt und erhalten. Die meisten Häuser bewahren den alten Ortscharakter.

 

 

 

 

 

 

 

 

Torsholt


 

 

 

 

 

 

Torsholt, ein altes Eschdorf - also ein Dorf mit "Hausmännern", die das bebaubare Ackerland unter sich aufteilten - mit wenigen "Kötern" - Kleinbauern mit geringem Besitz, keine Kühe, keine Schweine - lag früher abseits der wenigen Verkehrswege. Abgegrenzt durch Moore und kaum zu durchdringenden Wald. In diesen waren im 3. Reich Flakbatterien zum Schutz des Rostruper Flugplatzes. Der Torsholter Kirchweg als Fuß- und Radweg nach Westerstede wird gern frequentiert. Der Gasthof Diercks gibt sich als weit bekannter Versammlungsort von älteren Singles. Ein Garten präsentiert sich als originelles Ensemble bäuerlicher Relikte und alter Hausgegenstände.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tarbarg Hollriede Ihausen


 

 

 

 

 

Tarbarg, Hollriede und Ihausen - aus der Kolonisation der Moore entstanden. Zuerst wurde auf Initiative Einzelner die Kultivierung des Moores von Ihorst aus angegangen. Erst ab ca. 1850 wurde großflächig mit Unterstützung der Oldenburger Staatsverwaltung das Moor entwässert. Dann folgte der Kanalbau von Augustfehn aus etappenweise. Ihausen wurde erst 1908 gegründet. Die Siedler wohnten anfangs ärmlichst - in Torfsodenhütten. Die Siedler in Hollriede (ab ca. 1914) und Tarbarg (ab 1927) fanden schon wesentlich bessere staatliche Unterstützung und konnten recht schnell Siedlungshäuser erbauen. Die NS-Zeit feierte später hier ihre Mobilisierung von Siedlern. Die Kolonie-Strasse von Tarbarg bis Augustfehn zeigte den damaligen Zeitgenossen den neuen Geist. Mit großem NS-Pomp eingeweiht. Der neue Siedlungsname Hollriede lehnt sich an die Benennung des Grenzgrabens in Richtung Ostfriesland - Hohle Riede - an. Tarbarg übernahm den Namen von einer hügeligen Erhebung im Moor - dem Tarbarg, also dem Tarberg. Ihausen ist Ihorst verwandt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eggeloge & Halsbek


 

 

 

 

 

 

Wenig Verkehr. Echte Parklandschaft mit Wiesen, Weiden, Baumstreifen, alten Gehöften. Die Idylle wird gebrochen durch modernste Ställe, gigantische Biogasanlagen. Mit Kameraüberwachung. Die Gastwirtschaft in Halsbek, seit altersher ein altdeutscher Hof, gibt sich auch als "Le Filou", als Tanz- und Abendlokal. Aha! Am Eggeloger Gasthaus sind noch Abzäunungen aufgereiht. Wohl von einer Massenveranstaltung wie Frühtanz oder so. Da tanzt der Ammerländer. Völlig entrückt allen Arbeitsverhältnissen. Überraschend die Anlage für die Kriegstoten. Ein aufgetürmter Findling. Um diesem herum Steine mit den Namen der Soldatentoten. Nicht nach den Weltkriegen geordnet. Wenig vaterländischer Pomp. Eher ein angemessener Trauer- und Erinnerungsort. Etwas versteckt. Da völlig umwaldet. Ein Gebäude wie ein Bahnhof. In der direkten Nähe Gebäude von Raiffeisen. War das der Eggeloger Bahnhof? Wo verliefen die Gleise? Das Gebäude mit Schild "Eggeloge" gibt sich von der Form her völlig wie ein ehemaliger Bahnhof. Die Rückseite ist leider nicht einsichtig.

 

 

 

 

 

Linswege


 

 

 

 

 

Linswege war lange Bahnstation. Deshalb wuchs die Einwohnerzahl verhältnismäßig stark an. Imponierend das Wohnhaus des Bauernhofes Hümme. 1896 errichtet. Wirkt wie ein städtisches Haus. Ein Herrenhaus. Ein Landsitz. Ein Sitz der Pflanzenschau ist der Rhododendron-Waldpark Hobbie. Im Mai Besuchsmagnet. Die Chronik Westerstedes führt Linswege als "das bestsituierte Dorf im ganzen Kirchspiel" an. Mit 14 "wohlhabenden" Hausleuten. Die alt eingesessen waren. Viele dieser Familien wurden urkundlich schon 1428 erwähnt. Allerdings setzte der Hof, die Bewirtschaftung eines Eschteils den Namen. Übernahm eine andere Familie den Hof, wechselte diese auch den Namen, nahm den Hofnamen an.

 

 

 

 

Burgforde


 

 

 

Burgforde - Burg und Furt. Groß und Klein Forde. Niederungen machten die damaligen Wege oft unter Wasser stehende. Die Burg wurde gegen die Friesen errichtet. Zudem Gräben und eine Landwehr. Die Burg zerfiel und wurde als Wittenheim wieder instandgesetzt. Als Sitz des berüchtigten Amtmannes Witken. Burgforde ist immer mehr in Gefahr vom großen Gewerbegebiet erschlagen zu werden. In seiner Gestalt, in seiner Bedeutung an den Rand gedrängt zu werden. Das Gewerbegebiet ist mehr als ein schlechter Mix aus einzelnen Wohnhäusern, gewerblich genutzten Hallen und Flächen. Der Reiz von Burgforde ist nur an den Rändern erkennbar. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ocholt


 

 

 

 

Ocholt erblühte durch seine Funktion als Eisenbahnhaltestelle, als Knotenpunkt und hatte deshalb ein großes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Dienstleistungen wie Banken siedelten sich an sowie später industrielles Gewerbe. Obwohl Ocholt vor dem Eisenbahnbau nur ein sehr kleines Dorf war, entwickelte es sich nach dem Eisenbahnbau immerhin zu einem sehr großen Dorf. Zum größten der Gemeinde bzw. Stadt Westerstede. Größeres gelang nicht, obwohl der Wille zur Selbständigkeit, zur Trennung von Westerstede aufkam. Der kleinstädtische Status konnte nicht erreicht werden. In der kurzen Eisenbahngeschichte Ocholts sind immerhin drei Bahnhofsgebäude zu verzeichnen. Dem bescheidenen ersten folgte der sehr stattliche im Burgstil erbaute Bahnhof. Inzwischen durch einen vernachlässigten Flachbau ersetzt. Auch der hoch aufgerichtete Turm des Stellwerkes leidet sehr an der inzwischen geringeren Bedeutung. Als Wohnort ist Ocholt immer noch sehr interessant: Bahnanbindung, Nähe zu Westerstede, Bad Zwischenahn, Oldenburg.

Weitere Bemerkungen zu Ocholt siehe unter "Eisenbahn".

 

 

 

 

 

 

 

Gießelhorst


 

 

 

 

 

Gießelhorst war keines der alten Eschdörfer. Deshalb gab es hier auch keine Hausmänner-Höfe, sondern nur wenige Köterstellen. Die in Gießelhorst stehende Bannmühle war regional bedeutend. Von den wenigen Bauernäckern ist heute noch weniger zu sehen. Der Garten- und Landschaftsbau hat die Gießelhorster Flächen fast vollständig übernommen. Damit geht auch der Ammerländer Landschaftscharakter immer mehr verloren. Nicht kleinteilig strukturierte Flächen mit Wällen und alten Bäumen, sondern durch Arbeitsprozesse normierte Pflanzen und gegliederte Baumreihen bestimmen die Landschaftsschau. Nur noch wenige Landschaftshighlights wie der Gießelhorster Kirchweg oder die Deepe Burg bleiben übrig.