Kleine Norderbäke 1

Die Kleine Norderbäke erreicht ab der Autobahn den Siedlungsbereich Westerstedes. Vorher durchfließt sie den Wald um die Wittenheimer Burg,die ehemalige. Auch hier dient sie der Naherholung. Mit der Besiedlung um die Breslauerstraße, links und rechts der kl. Norderbäke wird sie zum viel benutzen Freiraum. Von unterschiedlichen sozialen Schichten. Die Mehrfamilienhäuser entlang der Breslauer Straße, entlang der Fröbelstraße haben keine eigene Gärten. Familien, Mütter, Kinder sind hier auf die nahen Nutzungsräume in der naturbürtigen Landschaft angewiesen. Um Babys, Kleinkinder an die Luft, an die Sonne zu bringen. Auslauf zu haben. Damit Frauen sich mit anderen Müttern treffen, austauschen können. Kinder an der Bäke, am See, auf den Grünflächen spielen können. Für Familien in Einfamilienhäusern schließt sich der eigene Garten in die Bachkleinlandschaft der Norderbäke an. Gern läuft man hier einige Meter. Die Bachkleinlandschaft an der Norderbäke geht in die Grünflächen der Dannemann-Schule über. Sportplatz, Laufbahn, Spielplätze. Schule meets Freizeitfreiraum. Die Freiräume an der kl. Norderbäke, die Wege werden vielfach frequentiert. Zu Fuß. Per Rad. Per Rad mit angehängtem Wägelchen. Mit Kinderwagen. Mit Hund. Die Durchlässigkeit dieser Kleinlandschaft, die hohe Möglichkeit von Zugängen, von Ausgängen ermöglicht die hohe Besucher- und Durchgangsverkehrsfrequenz. Viele Vögel lassen sich auf den durchnässten Flächen nieder. In den Flachzonen der Bäke halten sich Enten auf. Rechts der Bäke sind Säume zu finden. Büsche, Bäumen. Leider haben die eindimensionalen Pflegemaßnahmen der Stadtgärtnerei verhindert, dass sich entlang der kl. Norderbäke, entlang der Säume auch dauerhafte Staudenpflanzengesellschaften entwickeln. Zu sehr werden die Grünflächen an der kleinen Norderbäke als reine Grünflächen behandelt. Also als Rasen, der permanent gemäht wird. Hier wäre allein mit verändertem Pflegeaufwand viel mehr unterschiedlicher Freiraum möglich. Bisher ist die Kleinlandschaft der kl. Norderbäke wenig möbliert. Möblierung bedeutet ja auch immer monofunktionale Nutzung.


Die Kleinlandschaft entlang der Norderbäke, die sich von der Breslauerstraße über die Norderstraße weit hinzieht, ist von ihrem Charakter her der wichtigste Naherholungs- und Freiraumnutzungsbereich in diesem sehr großen Siedlungsgebiet, dass ansonsten nur noch private Flächen kennt. Ein Quartier benötigt eine Abfolge von öffentlichen, halb-öffentlichen und privaten Nutzungsstrukturen, wenn es auch eine Qualität haben soll. Nach der Norderstraße in Richtung der Langenstraße verliert die Kleinlandschaft entlang der Kleinen Norderbäke ihren öffentlichen Charakter. Dann ist fast nur noch privilegierter, privater Zugang zum Gewässer möglich. Hier hat die Stadtplanung, die Bebauungsplanung versagt, Zugang entlang des Gewässers einzuplanen. Letzte Freiräume wurden auch hier durch nachholende Bebauung versiegelt. Wie viele Bäken wurde auch die kleine Norderbäke ihres mäandernden Verlaufes beraubt. Ab dem Krankenhausbereich ist sie mehr Kanal als Bäke. Hat aber im Bereich zwischen Norderstraße und Breslauerstraße immer noch Qualitäten. Statt eines großen Umbaues des Baches sollte man nur kleinere Eingriffe machen, um Flachwasserzonen zu schaffen. Oder die starken Böschungen auf der Bachseite Richtung der Mehrfamilienhäuser entlang der Fröbelstraße abflachen, um Zugang zur Bäke zu schaffen. Die kleine Bäke weist entlang ihres Ufers sehr wenige Gehölze, Bäume auf. Der Staudensaum entlang des Uferbereiches könnte wesentlich verbreitert werden. Um die vorhandenen Qualitäten der Kleinlandschaften entlang der Kleinen Norderbäke zu stärken und zu ergänzen, sollten nur kleine Eingreife vorgenommen werden. Besser auch Eingriffe im zeitlichen Nacheinander als ein Totalumbau auf einmal. Auch grüne Freiräume benötigen Patina. 


Die Kleinlandschaft an der kleinen Norderbäke wird an der Norderstraße / Anton-Günther-Straße durch Bebauungsplanung bedroht. In Westerstede ist man ja schon seit einiger Zeit dem Entwurfsdruck verfallen, auch noch die letzten Vegetations- und Nutzungsräume innerhalb der dichten Siedlungsbereichs der Hausbebauung zu opfern. Dass Quartiersqualität eine Abfolge privater, halb-privater - halb-öffentlicher, öffentlicher Flächen und Wege benötigt, hat man vergessen oder nicht verstanden. Hinterher ist es dann zu spät, diese herzustellen. Ist ein Entwurf erst einmal auf der Welt, schafft der auch entsprechenden Planungsdruck, ihn zu realisieren. Inzwischen ist man hier aufgewacht und eine Bürgerinititative kämpft für den Erhalt der Norderbäkekleinlandschaft. Die Idee eines Parkes wirkt diskutiert. Hier sollte man aufpassen, nicht das eine Parkplanung zum Ausschluß von menschlichen Nutzungen führt. Lieber die vorhandenen Qualitäten mit kleinem Eingreifen ergänzen. Statt Totalumbau. Sollte man sich an den planerischen Feingriff der Theorie des kleinstmöglichen Eingriffes bedienen. Aber zunächst gilt es zu verhindern, dass sich die Bebauungsentwürfler sich dieses Gebietes (teilweise) bemächtigen. Noch fehlt es etwas an der Phantasie, sich Westersteder BürgerInnen aktiv als Platzbesetzer vorzustellen, sich Baggern aktiv entgegenstämmend.  



Die Bürgerinitiative gegen den Bebauungsplan Nr. 120 Kleine Norderbäke hat die Lokalpolitiker sowie Bürgermeister um Stellungnahme gebeten. Die Antworten lassen sich auf OpenPetition finden:


https://www.openpetition.de/pdf/blog/erhalt-und-ausbau-norderbaeke-in-westerstede-als-park_weitere-antwortschreiben-der-lokalpolitiker-in-westerstede_1490906810.pdf

https://www.openpetition.de/pdf/blog/erhalt-und-ausbau-norderbaeke-in-westerstede-als-park_offener-brief-in-der-lokalpresse-nwz_1490907065.pdf

https://www.openpetition.de/pdf/blog/erhalt-und-ausbau-norderbaeke-in-westerstede-als-park_politische-stellungnahmen-zum-offenen-brief_1490906673.pdf