Baulücken - Bebauungsdruck auf Freiflächen und Gartengrundstücke

Westerstede ist auf seiner Gemarkungsfläche schon ziemlich mit Neubaugebieten ausgeufert. An die Grenzen vorgestoßen. Freiräume, Erholungsgebiete, dysfunktionale Flächen, Grünbereiche sind aktuell bedroht, mit Überplanungen überzogen zu werden. Es findet zunehmend auch Bauverdichtung statt. Die Stadtteilquartiere verlieren dadurch viel von der Freiraumqualität, die diese Quartiere bisher auszeichnen. Statt von einem Ende des Wachstums der Bebauungsgebiete auszugehen, wird das Wachstum dieser Grenzen nach innen und außen vorangetrieben. In der Lokalzeitung gab es im Januar 2017 einen Pro und Contra Kommentar der Lokalredakteure. Mit dem Argument "im Ammerland gibt es genügend Grün" bewies der Pro Bebauungs Redakteur seine soziale Inkompetenz. Um den Bereich der kleinen Norderbäke und seinen grünen Freiräumen wohnen durchaus einkommensschwache Familien, Personen. Für die der Freiraum um die Norderbäke ein nahes Gebiet der Naherholung, der Kinderbetreuung, der Alltagsbewältigung, des Rückzuges ist. Nicht jeder hat das Geld, sich ein Auto zu leisten, nicht jede hat die Zeit im Ammerland auf der Suche nach Grün umherzufahren. Im Alltag wird das nahe Grün, der direkt gelegene Freiraum gebraucht. Dem Herrn Redakteur sei ein soziales Praktikum in dieser Wohngegend empfohlen, um die Realität vieler Westersteder Familien kennen zu lernen, die die kleine Norderbäke und deren grünen Saum aufzusuchen. Die Lokalzeitung wirbt mit dem Satz "Weil jedes Wort meine Zeit verdient". Bei solchen Redakteurkommentaren ist darauf gepfiffen. Der Stadt Westerstede ist der Vorwurf zu machen, die Flächen um die kleine Norderbäke zu fast reinen Rasenflächen verkommen zu lassen. Statt hier breitere Saum- und Staudenpflanzengesellschaften zuzulassen. Mit minderem Pflegebedarf. Und höherer Nutzungsvielfalt. 









 



 

























 




















 

 



























































 




















 

 

 

 

 

Orchideenkamp 

 

Baulücken der anderen Art weist dagegen das vor Jahren erschlossene Gebiet Orchideenkamp auf: Die weitgehendste Verfehlung baulicher Aktivitäten. Leere macht sich breit. Die hoch schießenden Wildkräuter müssen jährlich niedergemacht werden. Ein isoliert dastehendes Haus - ohne Bewohner. Eine Pseudobesitznahme einer Wohnung mittels palliativer Weise. That's all! Ein weiteres Haus soll gebaut werden. Ob es jemals Bewohner haben wird? Es wird wohl Generationen dauern, bis hier eine Siedlung entsteht. Ob das unter Mehrgenerationenhäusern so verstanden wurde? Da hier nur mehrgeschossige Häuser mit größeren Einheiten gebaut werden sollen, können hier nur Investoren planen und bauen lassen. Inzwischen drängt sich mächtig die neue Zentrale einer Versicherung in Richtung des Baugeländes. War das überhaupt im Bebauungsplan so vorhergesehen? Kommt wohl von außerhalb des Bebauungsplanes. Und hat etwas Kontraproduktives. Das Gebäude wird mächtige Schatten werfen. Und die Attraktivität des umliegenden Bereiches nicht steigern.

 

 

 

 

 


Entwurfsversprechen GenerationenLeben Orchideenkamp

 

Ein einziger Blick auf die Entwurfsvision genügt. Was ist das Orchideenkamp? Autostellplätze mit Häusern wild herum gruppiert! Auch wenn schamhaft die Autos ausgeblendet wurden. Keine gartenbauliche Nutzung der Freiräume! Die im GenerationenLeben gemeinsam gepflegt, bebaut, genutzt werden könnten. Stattdessen stehen Bewohner nach der Planvision im Freien herum. Was machen die auf den kurzgehaltenen Rasenflächen, ausufernden Stellplätzen, breiten Zufahrtswegen? Eventuell eine MehrGenerationenPokemonjagd? Im Innern der Häuser sollen breite Türen, elektronische Möglichkeiten einen Pflegedienst zu kontaktieren, Platz für Pflegeinstallationen, Aufzüge eingebaut werden. Dem Alten-Wohnen-Innern entspricht kein Äußeres. Kein Außenhaus um die mehrstöckigen Gebäude herum. Als ob es für die ältere Generation nur ein Pflege-Innen gäbe. In Westerstede besteht weiterhin großer Baubedarf. Auf dem Orchideenkamp geht es baulich nicht voran. Ob das am Konzept liegt, sollte der Stadtrat bald überprüfen, bevor Grünbereiche wie die Kleine Norderbäke ihrer Nutzungsfreiräume beraubt  und baulich eingeengt werden. Vor der Innenstadt liegt ein nahes Baugebiet - ein ziemlich leeres. Hier sind Stadtverwaltung und Stadtrat in der Verantwortung und Erklärung verlangt. Die Idee eines Mehrgenerationenwohnviertels mag gut sein - Die Umsetzung überzeugt aber nicht. Auch nicht der fehlende Baufortschritt.