Bahnstrecke Westerstede - Grabstede

 

 

Kurbel zum Beschränken Bahnübergang Kleinburgforde

 

 

 

Der Strecke von Westerstede nach Grabstede sind einige Beiträge im Netz gewidmet. Buchpublikationen wie die von Löffler sowieso. Welche Reste der Strecke sind heute noch vorhanden? In einem Beitrag ist zu lesen, Reste wäre vielleicht mit Mitteln der Luftbildarchäologie auszumachen. Heute läßt sich ja leicht googlen, besser Google Earth nutzen. Damit läßt sich mit Lücken die Linienführung nachvollziehen. Mit dem Niedersachsennavigator ist ebenfalls ein wichtiges Onlinemittel vorhanden, der Linienführung zu folgen. Im Gelände selber wird es schon wesentlich schwieriger: Mooriger Untergrund, Weiden abgesichert mit Stacheldraht, wenige Wege direkt zur ehemaligen Linie machen die konkrete Spurensuche im Gelände wesentlich schwieriger. Froh ist man, wenn man im Gelände drin steckend Google Earth zum Vergleich aufrufen kann und man Netz hat.

 

Wichtige Links:

http://www.mein-oldenburg.de/Aus-der-Nachbarschaft/Die-Bahnstrecke-zwischen-Westerstede-und-Grabstede--Teil-1_11492/

 

http://www.mein-oldenburg.de/Aus-der-Nachbarschaft/Die-Bahnstrecke-zwischen-Westerstede-und-Grabstede--Teil-2_11514/

 

http://www.trollibus-oldenburg.eu/67545.html

 

http://laenderbahn.info/oldenburg/strecken/ellenserdamm-ocholt/streckenbeschreibung-1915.html

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Ellenserdamm%E2%80%93Ocholt 

 

http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?17,6679506

 

 

 

Den Bahnhof Westerstede mit Gleisanlage habe ich bereits schon sowohl auf der Übersichtsseite Eisenbahn alsauch auf Bahnhof Westerstede dokumentiert. Die Industriegleise zu Steinhoff auf Industriegleis. Die Strecke Westerstede bis Grabstede untergliedere ich nach meinen Vorlieben. Zum Fotographieren nutze ich mein Handy Samsung Galaxy 2. Da braucht man nur draufdrücken. Das kommt mir entgegen. Für meine Zwecke tun es die 8 MP der Handykamera. Damit entstehen auch keine zu große Dateien. Ca. um die 3,5 MB. Von meinem Neffen mußte ich mir schon anhören, dass ich mit meiner Massenfotographiererei nur meine Festplatte belaste. Ich hoffe doch, dass die Bilder irgendjemand gefallen könnten. Leider würfelt der verwendete Homepage-Creator die Reihenfolge der aufgenommenen Bilder nach irgendeinem Chaoswesen durcheinander, obwohl die Bilder vom Handy schön nach Datum und Uhrzeit benannt werden. Das ist schade, sonst wäre die Abfolge in der Geländeerkundung erfahrbar. 

 

  

 

 

 

 

 

Hamjebusch - Steinhoff


 

 

   

 

 

   

 

 

Übergang Hüllstede


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gewerbegebiet WST bis Weiche


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übergang Kleinburgforde


 

 

Wie wenig die Bahnlinie heute gilt zeigt die neue Einfahrt zum Standort des Mähdrescher Servicecenters von Claas. Kurzerhand abgesägt seit Frühjahr 2014. 

 

 

 

Gleisunterbrechung Claas-Servicecenter

 

 

 

 

 

Hier ist auf fast banale Art zu sehen, wie die Schienen abgetrennt ca. bei 19,8 enden. Im März 2014 ist der bewachsene Gleiskörper noch relativ leicht begehbar. Im Sommer, wenn die Natur ihre Krallen richtig ausgefahren hat, ist eine lokale Besichtigung im dichten Gestrüpp wesentlich schwieriger.   

 

 

 

 

 

Gewerbegeb - Streckenende 19,8


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bahnhofsgelände Linswege


 

 

 

 

 

Der Linsweger Bahnhof ist ein durchaus ästhetisch gestaltetes Gebäudeensemble. Die ehemalige Gleisführung hinter dem Gebäude ist bewachsen und läßt sich damit leicht erkennen. 

 

 

 

 

Bahnhofsgebäude Linswege


 

 

 

 

 

 

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Die Weiterführung der Strecke von Linswege in Richtung Eggeloge ist auf den ackerbaulich genutzten Flächen nicht erkennbar. Im Ortsbereich anhand einer grünen Linie hinter den Gebäuden durchaus (Bilder 1 und 2). Überbrückungen der Wasserläufe geben noch Orientierung (3). In der großformatigen Ackerbauflur zeichnet ein klar erkennbarer Graben die ehemaligen Linie nach. Ein Rest der Linie ist in einem Einsprengsel Wildwuchs innerhalb des fast monokulturellen Ackerbau zu finden (Bilder 4 - 6). Im Bild 6 sind im Hintergrund rechterseits die hohen Pappeln zu sehen, die die Norderbäke stramm stehend begleiten. Vor den Pappeln ein Baum- und Strauchstreifen, der wieder die Bahnlinie in Richtung Große Meede - Silstro, also Eggeloge, aufnimmt und dann verstärkt durch den noch vorhandenen Bahndamm die Eisenbahngeschichte dieses Landstreifens demonstriert. 

 

 

 

 

 

 

Linsw. Wasserzug / Göhlenkamp


 

 

 

 

 

 

 

 

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Bevor die Kleine Norderbäke einen Schwenk in Richtung Linswegerfeld macht, kündigt sie mit streifenartigem Baum- und Gebüschbewuchs die Linienführung der Bahnstrecke an. Der Ackerbau tritt hier zurück, die Reste der Bahnlinie zeigen sich in diesem Bereich nur noch unterbrochen von zwei Weiden und kurz vor Eggeloge Bahnhof von einem Maisacker. Es ist mehr von der Bahnlinie vorhanden als erwartbar. Die Topographie, die naturbürtige Ausstattung, die sich ackerbaulicher Inwertsetzung entgegenstellt, haben das Abtragen des Bahnkörpers verhindert. Die Bahnlinie ist hier in einem großen zusammenhängenden Stück nachvollziehbar. Wenn auch nicht leicht zugänglich.

 

Bild 1 ist aus westlicher Richtung von der Burgforder Seite in Richtung der Kleinen Norderbäke und besonders auf die im Hintergrund sich als Baum- und Buschlinie gekennzeichnete Ex-Bahn gerichtet. Die Norderbäke verläuft vor den hohen Pappeln (Bildseite rechts), die Bahnstrecke war einige Meter weiter hinten verlaufend. In Richtung linke Bildseite in Richtung Eggeloge (Silstro / Große Meede), in Richtung rechter Bildseite nach Linswege.  

 

Auf Bild 2 ist der Bahnverlauf fast waagerecht in der Bildmitte bleibend anhand des dichten Baum- und Buschstreifens nachvollziehbar.

 

Bild 3 ist direkt an der Norderbäke aufgenommen. Hinter der grünen Fläche und dem Bereich mit verblühten Spontanvegetation nähert sich schrägwärts kommend der Verlauf des alten Bahndammes.

 

Bild 4 zeigt die Bahnlinie anhand des hochgewachsenen Birkenbestandes.

 

 

 

 

 

 

Kleine Norderbäke


1  

 

 

 

 

Im März 2015, sehr sonnig, habe ich mich nochmals aufgemacht, Reste des Bahndammes nach Linswege bei der kleinen Norderbäke zu suchen und zu finden. Die Nässe des Grünlandes, der sumpfig-morastige-plastische Untergrund konnten mich nicht mehr aufhalten. Der Besuch hat sich gelohnt. Der Bahndamm ist hier noch wunderbar erhalten. Sogar eine Brücke besteht noch. Auf einer kurzen Strecke verwenden die Landwirte den Bahndamm als Fahrstrecke, um auf ihre Grundstücke zu gelangen. Sehr fleißig wurde an einigen Stellen abgeholzt.

 

 

Ende bzw. Anfang des Bahndammes. Abgetragen. Auf Bodenhöhe nivelliert für ackerbauliche Nutzung. Gab es vor der landwirtschaftlichen Nutzfläche nur noch eine punktuelle Insel, die die Bahnlinie mit Vegetation andeutete, zeigt nur eine linienartige Vegetation den Verlauf des Bahndammes an. Für einige hundert Meter.

 

 

 

 

 

 

 

Blick zurück in Richtung Linswege. In gerader Verlängerung die Vegetationsinsel, die die Spur der Bahnlinie aufnimmt.

 

 

 

 

 

 

 


 

Eines der wenigen nicht-natürlichen Artefakte der ehemaligen Bahnlinie. Ein Brückchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geradliniegkeit des Bahndammes und des Wasserzuges. Wenn man durch die Sumpfigkeit des Geländes stapft, kommen einen die Gedanken, wie den damals der Bau durch das Gelände möglich war. Wurde von der Bahnlinie aus gearbeitet, quasi diese immer mehr vorangetrieben. Erfolgte die Zulieferung von Material von seitlich her. Durch den Morast? Wie wurde die Entwässerung eingerichtet und durchgeführt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

Ein Jäger findet durch jeden und in jedem Morast sein einsames Opfer. Der Bahndamm wird zum Hochsitzhöhenverstärker.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit der Querung des Wasserzuges nutzt der Landwirt kurzstreckig den Bahndamm als sichere Fahrstrecke, um auf anderes Grünland zu gelangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon macht sich im Hintergrund wieder der Bruchwald breit, der hier die Bahnstrecke begleitet und auch das Stück Landschaft markiert, dass sich bis jetzt bäuerlicher Landbewirtung widersetzt hat.

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige dieser Bilder sind auch auf Panoramio hochgeladen. Man sieht auch die recht feuchte Umgebung des Bahndammes.

 

http://www.panoramio.com/photo/117555575

 

 

 

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Der Meedewasserzug nimmt zunächst die Linienführung der ehemaligen Bahnstrecke auf, verlässt diese aber dann im Wald und behindert dadurch den Zugang auf den aufgeschütteten Damm. Schweres Gelände, weichester Boden, Schlamm- und Moorlöcher, umgefallene Bäume. Kein Zuckerschlecken hier sich einen Pfad zum Bahndamm zu bahnen.

 

Bild 1 ist auf dem deutlich sich aus der urwüchsigen Landschaft heraushebenden Ex-Schienenbett in Richtung Linswege geschossen, deshalb der Wassergraben links des Dammes. Im Hintergrund verdeutlichen wie Fallobst umgefallene Bäume die gelungene Imitation eines Urwaldes in diesem Forstbereich. Die Bahn hierdurch zu schlagen war echte Pionierarbeit.

 

Die restlichen Bilder sind ebenfalls alle auf dem erhaltenen Bahndamm mit Blick Richtung Eggeloge aufgenommen. Teilweise mit dem Wassergraben rechts, bei zwei Bildern auf die begleitende Weide linkerseits. 

 

 

 

 

 

 

Meedewasserzug


 

 

 

 

 

 

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Große Meede - Silstro 

 

 

Hintere Verbuschungslinie zeigt Bahnstrecke an

 

 

Hintere Verbuschungslinie zeigt Bahnstrecke an

 

 

Die Große Meede - was für ein phantastischer Name - leistet für die Geländeerkundung der Bahnstrecke Großartiges. Es gibt hier tatsächlich noch eine klare Linie der ehemaligen Strecke auf einigen hundert Meter. Mitsamt der Erhebung des ehemaligen Gleiskörpers aus dem Gelände heraus. Warum ist dieser enorme Rest noch zu finden? Das Gelände ist noch durchaus moorig, heidig, tiefgeläufig. Nicht zum Ackerbau geeignet. Deshalb Weiden und dem Forst Silstro überlassen. Wenn man über die Weiden läuft, wird man anhand des Einsinkens des eigenen Schuhwerkes immer vorsichtiger bei der Annäherung. Man möchte ja wieder zurückkommen. Auch die Waldbereiche sind keinesfalls einfach zu durchqueren. Schlamm, eher Moor bildet den Untergrund. Überall kleinere Gewässer. Frösche quaken um die Wette hier. Mächtige Eichen fallen um und zeigen den schwammig-moorigen Boden.  

 

Nein, nicht Luftbildarchäologie ist hier das Mittel der Erkundung der ehemaligen Bahnstrecke. Live, mit dem eigenen Körper unterwegs, den eigenen Sinnen vertrauend ist das Mittel, um den real-existierenden Bahngleiskörper mit seiner Linienführung zu finden. So macht Spurensuche Spass. Wenn auch etwas gefunden wird in einem sehr schwierigen Geländegeläuf. O.k. man muß auch öfters mal mit Stacheldraht direkt einstechend Bekanntschaft machen, da dieser dem Erkundungswillen sich entgegenstreckt. Im Silstro-Wald ist die Linienführung ebenfalls wunderschön ablaufbar. Zudem besteht in der Verlängerung dieser Linienführung eine Fluchtlinie über Weide und Maisacker hinweg zum Bahnhof Eggeloge. Im Baum-Strauch-Streifen an der Ausfahrt der Raiffeisenstraße, entlang der Straße Am Süster, ist der Fluchtlinie eingedenk die ehemalige Gleisführung verstehbar. 

 

 Zum besseren Überblick die Bilder von Silstro / Große Meede in räumlichen Zusammenhang gebracht, um das Nacheinander zu verdeutlichen. Wir setzen mit einem Blick auf den noch erhaben in der Landschaft ruhenden Bahndamm fort vom Meedewasserzug, der nun schräg zuspitzend auf den Bahndamm zuläuft und ihn an einer Weide angrenzend einholt.  

Bild 1a zeigt den Bahndamm im Hintergrund hinter der stark durchwässerten Weide mit Baum/Buschbewachstum und eingerammten Holzbohlen zur Eingrenzung der Weide. Im unteren Teil des Bildes der Meedewasserzug, wie auch bei den folgenden Bildern.

Bild 1b demonstriert den schlechten Zustand der Weide mit hohen nicht abgefressenen Sauergräsern. Hinter der Weide die Baum- und Strauchvegetation auf und neben dem Bahndamm.

Bild 1c zeigt den hier üblichen Baumsturz auf den Bahndamm.

Bild 1d öffnet fast schon am Berühren von Bahndamm und Meedewassergraben einen schönen Blick auf die Geländeerhöhung des schienenlosen Bahnkörpers.

In Bild 1e treffen sich Meedewasserzug und Bahndamm fast. Eine Planke schafft die Möglichkeit unbeschadet von Wasserschäden und Stacheldrahtpicken über den Meedewassergraben und auf den Bahndamm zu kommen. Der Bahndamm verschwindet leider in Fortsetzung auf die im Hintergrund erahnbare Weide in seiner physischen Aufhebung als solcher. 

 

 

 

 

 

 

Silstro - Blick auf Bahndamm


1  

 

 

 

 

 

 

Nun wieder vollkommen auf dem Bahndamm. Bild 1 gibt Zeugnis vom Ende des Bahndammes zugunsten einer Weide. Der Blick ist gen Eggeloge gerichtet. Am anderen Ende der Weide wieder Wald, an dem klar die Öffnung für die ehemalige Bahnstrecke erkennbar ist. Die sich geradlinieg durch den Forst fortsetzt. Die meisten der auf der Bahndammoberfläche aufgenommenen Bilder gehen in Richtung Linswege. An einen Strauch angelehnt ein genormter Kunststein.

 

 

 

 

 

Silstro - Auf dem Bahndamm


 

 

 

 

 

Grünland statt Bahndamm heißt es hier. Der Weidezaun scheint den Bahndamm zu stoppen. Er wird erst nach Eggeloge für eine kurze Strecke wieder auftauchen. Der Damm. Bilder 1 und 2 sind auf dem Grünland mit Blick auf den Bahndamm (Richtung Linswege) geknipst. Bild 3 und 4 nehmen die virtuelle Bahnlinie über das weichbodige Grün in Richtung Wald / Eggeloge auf, die sich mit einem klaren linearen Schnitt durch den Forst Bahn schafft. Auch die fast rechtwinklige Umklammerung eines erneuten Grünlandes durch Baumränder unterstreicht die gerade Fortsetzung der Bahnstrecke Richtung des Eggeloger Bahnhofes (Bild 6). Hier könnte man in der Natur ein langes Lineal anlegen um die Bahnlinie nachzuziehen und es würde passen. Man muss nur einmal die Linie gefunden haben. Oder besser ein zweites Mal um entsprechend extrapolieren zu können. Das ist sowieso der schwierigste Punkt dieser Spurensuche nach der Ex-Bahnstrecke, einen Anfang finden, eine Fortsetzung finden. Im Waldbereich selbst ist ein klarer Durchschnitt schurstracks vorhanden, der die ehemalige Bahnstrecke abbildet. Wenn auch ohne die Dammerhöhung. Bild 5 blickt in Richtung Linswege. Die Bilder ohne Zahlen sind ebenfalls im Silstro-Wald aufgenommen. 

 

 

 

 

 

Durch den Silstro Wald


 

 

 

 

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Besonders auf Ackerland gibt es kaum reale Spuren der Bahngeschichte. Abgeräumt. Weggemacht. Das erschwert die Suche. Verhindert das Finden. Am Ende des Raiffeisengeländes am Silstroer Weg ein diesen begleitenden schmalen Vegetationsstreifen. Durchstreift man diesen, erhascht man am Rande des Ackers einen Blick in die rechteckige Forstaussparung. Aus der heraus die Bahnlinie ihren Weg zum Bahnhofsgebäude von Eggeloge nahm. Spätere Neubauten über dem ehemaligen Gleisbereich stören die virtuelle Verlängerung des Liniennachvollzuges. Das zweite Bild folgt vom Ackerrand entgegengesetzt der Bahnlinie in Richtung Bahnhofsgebäude. Das Raiffeisengelände wird geteilt durch eine basaltpflastrige Bodenbelegung. Die Bahnlinie verlief kurz vor dem dichten Baumstreifen entlang einer Pferdekoppel.  

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf Feld vor Bahnhof Eggeloge


1  

 

 

 

 

 

 

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Der Bahnhof, das Bahnhofsgelände Eggeloge, eine Insel der Eisenbahn in einem schienenlosen Abschnitt. Filigran das Bahnhofsgebäude. Liebevoll von den Eigentümern gepflegt und mit neuen Bahn-Accessoires versorgt. Eine große Bahnhofsuhr ist auf der "privaten" Seite des ehemaligen Bahnsteiges zu sehen. Etwas rätselhaft die ehemalige Führung des Gleises, da mit Gebäuden verstellt. Das Raiffeisengelände verdeutlicht, warum in Eggeloge ein Bahnhof errichtet wurde. Die Bevölkerungszahlen stiegen enorm seit dem Bau der Bahnlinie. Die Fortsetzung der Bahnlinie läßt sich anhand von Bewuchsstreifen gegenüber dem Bahnhof auf der anderen Straßenseite erkennen.  

 

Nachdem ich den Bahnhof Eggeloge bei meiner ersten Erkundung der Strecke Westerstede - Grabstede im Juli 2011 übersehen hatte, da ich literarisch unvorbereitet vom Schlenker der Bahn von Linswege aus nach Eggeloge nichts wußte und die Bahnlinie eher entlang der Landesstraße verortete und mich deshalb über die völlige Spurenlosigkeit an diesem Abschnitt bis Moorwinkelsdamm sehr wunderte, nun eine ausführliche Bilderwidmung. Bild 1 A blickt quasi aus der von Linswege einfahrenden Perspektive auf das für ein Dorf umfangreiche Bahnhofs- und Raiffeisengelände, die geschäftige Einheit von Bahn und Landwirtschaft. Die Bahn fuhr etwas links von der linken Baumreihe in den Bahnhof ein. Die Raiffeisenhalle wurde erst nach dem Gleisabbau errichtet bzw. erweitert. Bild 1 B schaut vom Pflasterweg zwischen den Raiffeisenhallen und -gebäuden auf den Bahnhof, die Bahn fuhr auf der rechten Seite in den Bahnhof ein. Bild 1 C nimmt die Bahnsteigseite des Bahnhofes in die Perspektive. Das Gleis dürfte ungefähr an der Stelle der großen Kabelbinder sich erstreckt haben. Ein Hallenkonglomerat vor der Bahnsteigseite verhindert den konkreten Nachvollzug und privatisiert den konkreten Bahnsteigbereich. Ob das Gleis in Bild 1 D an der Position des Schiebetores verlief? Bild 1 E wirf den Blick zurück in Richtung Linswege

 

 

 

 

 

Bahnhof Eggeloge 1


 

 

 

 

 

Die Bilder 2 A, 2 B und 2 C zeigen die Bahnsteigseite des Bahnhofes. Von außen sehr schwierig einzusehen, im Sommer noch weniger. Eine Bahnhofsuhr scheint auf Publikum, auf den Zug zu warten, ein Schild weist auf den Bahnübergang hin. Die Besitzer pflegen liebevoll die Erinnerung an den Bahnhof, an die Bahnlinie, wenn auch eher privat und weniger für die Öffentlichkeit bestimmt. Die restlichen Bilder beschauen die Zugangsseite des Bahnhofes. Bild 2 E blickt über die Pflasterstraße in Richtung Linswege auf den Bahnhof und im Hintergrund auf das Raiffeisengelände. Über die Bepflasterung dieses Straße darf Wundern einsetzen. Schließlich sieht man hier eine erstaunliche Abweichung von der sonstigen Befestigungsart der Klinkerstrassen. Ob hier wegen des größeren Lastverkehrs, dem höheren Gewichtsanspruch auf den Untergrund das Basaltpflaster gewählt wurde? 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bahnhof Eggeloge 2


 

 

 

 

 

 

Die Bilder 3 A, 3 B und 3 C zeigen mit dem Grünstreifen die Stelle, an der die Bahn die Strasse übergang und sich in Richtung Moorwinkelsdamm fortsetzte. 

 

 

 

 

 

 

Bahnhof Eggeloge 3


1  

 

 

 

 

 

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Eggeloge zeigt nur kurz mit linienförmigen Baum- und Buschbewachs die ehemalige Bahnstrecke Richtung Moorwinkelsdamm an (Bild 1). Dann bricht Ackerbau, Intensivlandwirtschaft das was mal Eisenbahn ist. Wo sich die Inwertsetzung von Landschaft lohnt, wird die ehemaligen Eisenbahn radikal weggeräumt. Spurenlosigkeit macht sich breit. Beim Göhl findet sich allerdings der erhöhte Bahndamm überraschenderweise wieder (Bilder 2, 3, 4 ,5). Eine klare Linie mit Bäumen, Birken und Gebüsch führt zur Einmündung der Karkhorner Straße in die Landesstraße. Die Jugendhilfe Collstede hat inzwischen allerdings einen Teich direkt auf die ehemalige Bahnlinie eingegraben und mit Baumbewuchs versteckt (Bilder 6 und 7). Sind das die Früchte von Jugendarbeit?

 

 

 

 

Eggel. - Karkhorner Straße


 

 

 

 

 

 

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Ab der Karkhorner Strasse verläuft die ehemalige Bahnlinie klar erkennbar parallel zur Landesstraße. Neben einem Eichenwäldchen zeugt Pioniervegetation, insbesondere Birke, wo es mit der Eisenbahn lang ging. Bei Moorwinkelsdamm noch ein Stellwärterhaus und die ehemaligen Gastwirtschaft, in der die Bahngäste auf den Zug warteten. Auf dem Moorwinkelsdammer Nebengleis war zum Ende des 2. Weltkrieges wohl ein rollender Führerzug versteckt. Genannt Dönitzzug. Aber so richtig Literatur dazu findet sich nicht. Der Zug wurde von englischen Tieffliegern angegriffen. Kurz nach der Kreuzung mit dem Großen Querdamm verließ die ehemaligen Bahnstrecke die schöne Parallelität und schlug sich quer in Richtung Grabstede durchs Moor. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Moorwinkelsdamm


 

 

 

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Durchs Moor, dem ehemaligen, zog sich die damalige Bahnlinie fast geradlinieg 4,5 km bis Grabstede. Das führte dazu, das Ackergrundstücke oft nicht die übliche Rechteckigkeit, sondern der geordneten Landwirtschaft entgegenstehende Dreiecksformen haben. Anhand solcher Besonderheiten ist vielfach die ehemalige Bahnstrecke noch erkennbar. Ebenso anhand von Wasserzügen, Baum- und Gebüschstreifen, Geländeerhöhungen sprich kleinen Böschungen. Auch heute noch zeigt unterschiedliche landwirtschaftliche Nutzung bei Grundstücken mit spitzwinkeligen Grenzen die alte Bahnlinie an, die früher großzügig gezogenen Kamperschließungen des umgewandelten Moores zu Bauernland auf geometrisch auffällige Form ignorierend und durchschneidend, durchtrennend. Normalerweise herrschen in den Kamp- und Feldverteilungen ehemaligen Moorgebietes Rechtwinkligkeit, Geradliniegkeit vor. Im durch die Bahnlinie durchzogenen Moor ist diese geometrische Ordnung auf außergewöhnliche Weise aufgehoben. Von der Bahnlinie abgetrennte kleinere Grundstücksteile wurden an größere angegliedert.  

 

Bild 1 zeigt die Stelle an, an der die Bahnlinie die Chausseestraße Westerstede-Grabstede und den Wasserzug querte. Auch heute noch die Stelle, an der der Wasserzug überbrückt ist.  

 

Bild 2 zeigt den ersten Hof nach dem Großen Querweg, an dem vorbei die Bahnlinie verläuft. Der Wasserzug hat an dieser Stelle noch nicht in seinem Verlauf die Linie der Bahn aufgenommen. Erst vor dem Baumstreifen (Nadel- und Laubbäume) ist das der Fall.

 

Auf Bild 3 ist deutlich anhand der unterschiedlichen Farben des großen Grundstückes im Vordergrund und dem des im Hintergrundes der Verlauf der Bahnstrecke erkennbar.

 

Bild 4 nimmt auf der rechten Seite nochmals den Verlauf der Bahnstrecke auf (von rechts kommend. Vor dem Alleebeginn kreuzt die Bahn den Weg und setzt sich nach links fort. Besser in den folgenden Bildern erkennbar.

 

Auf Bild 5 ist die Fortsetzung der Bahnlinie von Bild 4 anhand des Geländeunterschiedes bemerkbar.

 

Bild 6 zeigt die kerzengerade Fortsetzung der Bahnstrecke von Bild 5. D.h. den Blick nicht an der auffälligen, und auch in der Wirklichkeit nahezu liebreizend daherkommenden wenig frequentierten Birkenallee ausrichten, sondern dem linienartigen Höhenunterschied folgen. 

 

Bild 7 verdeutlicht den Verlauf der Bahn entlang des Wasserzuges und dem klaren Höhenunterschieden zwischen den Grundstücken. 

 

 

 

 

 

 

Durchs Moor nach Grabstede


 

 

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Auf den weiteren ackerbaulichen Flächen ist die Bahnlinie als solche zunächst nicht mehr erkennbar. Wie fast immer. Da müßte man schon eine Fluchtlinie mit Fluchtstäben herstellen. Die Verfolgung der ehemaligen Bahnlinie stößt am Neuer Weg wieder auf nachvollziehbare Linienführungen. Das letzte Haus (von Grabstede her in Richtung Moor) ist die Orientierung. Das Grundstück weist eine schräge Grenzführung auf und die ist auch die Bahnlinie (Bild 2 Neuer Weg). Bild 1 blickt ins Moor (Richtung Moorwinkelsdamm) zurück. Die Bahnlinie hatte allerdings hier eine etwas von der Linie der baumbebuschten Brunner Bäke leicht abgewinkelte Führung. 

 

 

 

 

Neuer Weg 1

 

 

 

 

 

 

Neuer Weg 2

 

 

 

Die Melkstraat nimmt in Bild 1 noch die exakte Linienführung der Bahnstrecke auf, entlang der Brunner Bäke. Bild 2 führt in die Irre, wenn man dem Graben der Brunner Bäke weiterfolgen würde, die hier etwas vom Bahnverlauf abknickt. Man muß sich am Häuserkonglomerat, den hohen Bäumen im Hintergrund entlang der Theilenmoorstraße orientieren, wenn man die Fluchtlinie wirft. 

 

 

Melkstraat 1

 

 

 

 

Melkstraat 2

 

 

An der Theilenmoorstrasse läßt sich die ehemalige Linienführung mittels einer als Abgrenzung eingeschlagener Eisenbahnschwelle aufnehmen. In Bild 2 verlängert man die Perspektive mittels der hohen Bäume, Bild 1 umgekehrt. Man sieht aber nur noch eine Kuhweide. Es bleibt hier leider nur noch die gedankliche Fluchtlinie.

 

 

 

Theilenmoorstraße 1

 

 

 

 

Theilenmoorstraße 2

 

 

Am Achterlandsweg setzt sich die ehemalige Bahnlinie entlang der hohen Bäume (Bild 1) fort. Die gegenüberliegende Seite bleibt leider etwas diffus, da Privatgelände. Ein Privatweg deutet die ehemalige Linie an. Die kurvige Weiterführung in Richtung Hauptstraße / Bahnhof Grabstede zeichnet sich dagegen sehr deutlich ab. Die Bahnlinie verlief allerdings unterhalb der steilen Böschung (Bild 2 und Bild 3), die kein Damm, oder Wall ist, sondern einen auffälligen Höhenunterschied des Geländes präsentiert. 

 

 

 

Achterlandsweg 1

 

 

 

Achterlandsweg 2

 

 

 

Achterlandsweg 3

 

 

 

 

 

Die Querung der Hauptstrasse in Grabstede zum Bahnhof zu verstehen, ist durchaus eine Herausforderung. Man lese aber zuerst die Bahnbeschreibung von 1915: "... erreicht, auf 8,00 steigend, den bei km 8,30 in etwa 5 m tiefem Einschnitt liegenden Bahnhof Grabstede, hinter welchen die Chaussee Bockhorn-Westerstede auf gewölbter Eisenbetonüberführung über die Bahn hinweg geführt ist." Also der Bahnhof liegt tief, in einem Einschnitt, damit auch das Gleis und die Hauptstraße setzt auf einer Brücke über das Gleis. Diesen Anblick kennt man im Ammerland und Friesischer Wehde nicht. Der Bahnübergang mit Schranke herrscht vor. Von daher heißt es eine intensive Geländeschau durchzuführen. Und tatsächlich: Von der Hauptstraße besteht an dieser Stelle beiderseitig ein erstaunliches Gefälle. Wenn man die Bahnhofsstrasse folgt, entdeckt man Böschungen, sieht den Bahnhof in Niedriglage. Damit ist auch klar, die Bahnlinie war unterhalb der Böschung, die vom Achterlandweg sich zur Hauptstraße hinzieht. Bild 1 Haupstrasse zeigt das Gefälle von der Hauptstraße zum Ackerland hin. Bild 2 Hauptstrasse zeigt ungefähr die Stelle an der früher die Brücke bestand. Bild 3 Hauptstrasse dokumeniert das Gefälle in Richtung Bahnhof. Das sich im Bild 2 Bahnhofstrasse fortsetzt. Da die Bahn hier nur mit geringer Steigung verlief, ist klar dass es hier größere Einschnitte mit Böschungen im Gelände gab. Die allerdings heute aufgefüllt sind. Auf den ersten Blick ist heute hier nicht erkennbar, wie die Geländesituation zurzeit der Bahnlinie tatsächlich war. Das Auge ist hier auf flache Geländesicht domestiziert oder auf die in der Friesischen Wehde öfters sichtbaren leichten Bodenwellen. Dass aber hier ein derartig großer Einschnitt im Gelände mit Bahnlinie war verbirgt sich und wird erst in intensiver Geländeschau, Begehung und Literaturkenntnis wieder deutlich. 

 

 

 

 

 

Hauptstraße 1

 

 

 

 

 

Hauptstraße 2

 

 

 

 

Hauptstraße 3

 

 

 

Leicht übersehbar ist die Strasse zum Bahnhof, da ziemlich nebenwegig. Immerhin als Spur das Strassenschild "Bahnhofstraße" (Bild 1). Bild 2 verdeutlicht das für norddeutsche Verhältnisse überraschend starke Gefälle. Bild 3 zeigt die starken Böschungen. Bild 4 zeigt das Bahnhofsgelände in der Niederung und im Niedergang. Das Gelände ist nach der Aufgabe von Raiffeisen abgesperrt (Bild 5). Bild 6 blickt vom Gelände wieder in Richtung der Hauptstrasse. Im Forenbeitrag: 

http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?17,6679506

sieht man hier einen Teil des Bahnsteiges (Bild 6). Die grün begraste Fläche in Bild 6 Bahnhofstrasse und die Bebuschung im Hintergrund zeigen den Verlauf der ehemaligen Strecke an. Schön wäre ein "historisches" Foto oder mehrere vom genauen Verlauf bis hin zur Brücke. 

 

 

 

 

 

 

Bahnhofstraße 1

 

 

 

Bahnhofstraße 2

 

 

 

 

 

Bahnhofstraße 3

 

 

 

 

 

 

Bahnhofstraße 4

 

 

 

 

Bahnhofstraße 5

 

 

 

 

 

 

 

Bahnhofstraße 6

 

 

 

 

 

Erneute Annäherung an das ehemalige Bahnhofsgelände von Grabstede am 31.05.2014 

 

Die eigene persönliche Erfahrung zeigt, dass man sich einem Ort mehrfach annähern muss, um ihn erfassen zu können. Der erste Blick auf einen Ort, auf einem Bereich täuscht, da nur Teile gesehen, erkannt werden. Der zweite Blick ist oft der genauere. Von Paul deMan stammt wohl der Satz, wenn wir lesen, verlesen wir uns, soll sagen, wir lesen nicht das was wir lesen, wir lesen etwas anderes. Das ist mit dem Sehen kaum anders. Wenn wir was Sehen, versehen wir uns. Wir sind niemals gleich am selben Ort. Wir steigen ja auch nicht zweimal in denselben Fluss. Sind wir überhaupt gegenwärtig am selben Ort? Was ist Gegenwart? Ein kurzer Puls zwischen Zukunft und Vergangenheit. Kaum passiert, gesehen, und schon vergangen. Und schon wissen wir nicht mehr, wie es war, wie wir es gesehen haben. Dazu kommt, dass Nähe trügt. Je näher wir an etwas sind, umso undeutlicher sehen wir es. Wir benötigen Distanz, um Dinge zusehen. 

 

 

 

Ein wohl ewige Rätsel wird die Bahnbrücke von Grabstede bleiben. Das Auge sieht beim Vorbeifahren nichts, was diese glaubwürdig macht. Zu wenig offensichtliche Geländeunterschiede, zu wenig Höhe. Und doch war sie da, die Brücke, eine gewölbte, die Bahnstrecke, die in einer Eintiefung lag. Beim erneuten Aufsuchen dieser so entschwundenen Brücke, verortet man diese eher an der Fortsetzung eine Busch- und Baumreihe rechts eines Ärztehauses mit Raifeisenbank. 

 

 

 

Im Vordergrund ein privater Garten, ein Garten der in Richtung Park entwickelt wird. Der Giebel des hinteren Hauses verdeutlicht, dass es hier einen Höhenunterschied gibt, wie er im Norddeutschen Tiefland nicht zu vermuten, nicht oft zu sehen ist. Unterhalb der Böschung verlief die Bahnstrecke. 

 

 

 

Was man beim erstenmal übersehen hat, begrüßt man beim zweitenmal umso intensiver. Las man in einem historischen Bericht über Grabstebe von der Bahnsteigkante, so entdeckt man diese nun. Man darf sich nur nicht von der so privat sich gebenden Grundstücksgestaltung blenden, abschrecken lassen. Es gibt hier halb-öffentlichen, öffentlichen Raum! Bahnraum. Den Raum der Bahn. Den ehemaligen Bahnsteig. Schön besteint und abgegrenzt. Das ehemalige Bahngleis von der Herkulesstaude okkupiert. Wenn auch diesen Okkupationsversuchen mit dem Messer entgegengewirkt wird. 

 

 

 

Schön zu sehen, die gesetzten Steine des Bahnsteiges. Unklar ob es hier auch ein Bahnhofsgebäude gab. Das Privathaus im Hintergrund gibt visuell nichts her, dass es das Bahnhofsgebäude, das in seiner Existenz Unklare, sein könnte.

 

 

Weils so schön ist, ein weiterer Blick auf den Bahnsteig. Rechts die abgemurksten Reste der Herkulesstaude. Wenn das Abmurksen nachlässt, wird die Herkulesstaude und ihre Kinder siegen. Ob dann der Bahnsteig unter den mächtigen Herkulesstauden endgültig verschwindet?

 

 

 

Und noch ein weiterer Blick auf die Linie des Bahnsteiges. Der solange schon keine Bahn mehr empfing und nun die Herkulesstaude in der Einfahrt hat.

 

 

Mal kurz den Pseudosperrzaun durch die Brennnesseln umgangen. Ein traurigstes Gelände erwartet einen. Jede gottverlassene Wüstung in einem Western hat mehr Lebendes als die hier auffindbare Gebäudeversammlung, die aufgestellten technischen Artefakte. Man sollte den Zaun erhöhen und konsequent abschließen. Ein Gelände ewiger Traurigkeit. Aufgabe, Funktionslosigkeit, Verlassenheit. Nur die mächtige unerwartete Böschung auf der rechte Seite, die die ehemalige Bahnlinie so treu und doch erniedrigend begleitet hat, gibt etwas historischen Glanz, den ein ehemaliger Bahnkörper verdient hat. Raifeisen ist dazu nicht fähig.

 

 

Unerwartetes Höhenrelief in Grabstede. Die ehemalige Bahnstrecke machts möglich.

 

 

Nun von der Siedlung oberhalb der Böschung in Richtung des Bahnhofgeländes Grabstede geschaut. Hat da ein Nachbar sich eine Erinnerung an einen Signalmast in den Garten gestellt? Man ist geneigt dies anzunehmen. 

 

 

 

Im Januar 2015 erhielt ich eine Email eines Grabsteders, der die Bahnstrecke seit seiner Kindheit kennt. Die Bahnlinie zog ihre Bahn hinter seinem Garten. Er entdeckte tatsächlich noch eiserne Reste der Bahnstrecke. Auf dem Raifeisengelände. Im dicht bewachsenen Waldstück. Wenn auch nur vom Nebengleis. Aber auch das zählt. Sind es doch die einzigen gleisernen Artefakte. Ein Bild des Gleises im Schnee schickte er als Beweis mit. Vielen Dank dafür. Es zeigt sich, dass Grabstede ein Mehrfaches Aufsuchen lohnt. Man findet wohl immer wieder mehr als vorher. Als man bei früheren Besuchen fand.

 

Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Peter Düser werden zwei Fotos vom vorhandenen Gleis hier abgebildet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle für beide Fotos: Peter Düser (Neuenburg), aufgenommen Januar 2015.

 

 

Von Herrn Düser erhielt ich auch einen Hinweis auf eine Sammlung von historischen Bildern der Grabsteder Eisenbahnbrücke, die zeigen wie tief die Eisenbahn in Grabstede im Gelände einschnitt und wie erstaunlich hoch die Brücke die Eisenbahnlinie überzog.

 

 

 

 

 

 

Sammlung Köhne, Grabstede 

 

 

Ein schöne Ansichtskarte zeigt die Bahnhofsanlage sowie die Brücke. Erstaunlich die steile und tiefe Böschung hinter der Brücke. Das läßt das jetzige Gelände nicht erahnen.

 

http://www.nwzonline.de/friesland/wirtschaft/erinnerungen-an-grabsteder-vielfalt_a_1,0,657767466.html