Eisenbahngeschichten aus Westerstede

 

 

 

 

Hitler auf dem Nebengleis


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Am 10. /11. Juni 1936 wurde der Sonderzug Adolf Hitlers auf dem Nebengleis in Westerstede, am Bahnhof, abgestellt. Nicht dass der Führer den Lokalverkehr zwischen Westerstede-Ocholt - Bockhorn-Grabstede gestört hätte! Am 11. Juni wurde das Westersteder Publikum auf den Führer losgelassen. Der, noch jung wirkend, auf die Westersteder Versammlung am Bahnhof herabblickte. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei. Hitler fuhr ab, um in Wilhelmshaven das erste deutsche Schlachtschiff nach dem 1. Weltkrieg beim Stapellauf zu beobachten. Prompt 1943 versenkt. "Zur Erinnerung an diesen Tag wurde auf der Hössen eine 'Adolf-Hitler-Eiche' gepflanzt. Der Baum ist längst vergessen" schrieb Hermann Ries in der Chronik der Gemeinde Westerstede, S. 311/312. Heißt "vergessen" auch ist nicht mehr da? Auf der Hössen ist allerdings ein Gewirr von Eichen vorhanden, was eine Identifizierung nicht leicht macht. Sofern eine Identifizierung noch möglich ist. Bei der Zufahrt zur Hössen, neben dem Schwimmbad wurden Eichenreihen aufgestellt. Eine 'Adolf-Hitler-Eiche' ist aber eher solitär. Zumindest aber nehmen einige der dort aufgestellten Eichen eine verdächtige Haltung ein.

 

 

 

 

 

 

 

Schmalspur Kinderparadies


 

 

 

 

 

Einige Wägen der Schmalspurbahn blieben nach der Verbreiterung auf Normalspur zunächst in Westerstede. Wenn auch in anderer Funktion und Nutzung. Der "Ammerländer" Eberhard Ries ließ zwei Abteilwagen dritter und einen der zweiten Klasse "auf seinem Grundstück hinter seinem kurz zuvor erbauten Druckereigebäudes an der 'Langen Straße' unter den Eichen in der Nähe des damals noch unbebauten 'Röttgens' - dort wo sich jetzt das schöne Wohnhaus des Tierarztes Dr. Karl Wilkens jun. befindet - ohne Räder auf starken Eichenbohlen" (Hermann Ries, Chronik der Gemeinde Westerstede, S. 267) aufstellen. Dort ließen die Kinder noch jahrelang die Westersteder Schmalspurbahn auch ohne die Loks "Mansingen" und "Burgforde" abfahren. Ein wahres Kinderparadies. Schade, dass davon heute nichts übrig geblieben ist. Einen interessanten "wildwüchsigen" Restcharakter hat das Areal immer noch erhalten. Die Ablehnung gegenüber Wittenheim, genauer gegenüber dem früheren Amtmann Witken war wohl damals immer noch vorhanden, sonst hätte es wohl auch einen Loknamen Wittenheim gegeben.  

 

Härteste Realität war dagegen ein auf dem Halstruper Esch abgestellter Eisenbahnwagon, der im 2. Weltkrieg zur Luftbeobachtung / als Wetterstation diente, und dann als Notunterkunft für Flüchtlinge.