Bad Zwischenahn

Bad Zwischenahn. Moorheilbäder. Aale. Ein See - genannt ein Meer. Zwischenahner Meer. Für die Öffentlichkeit kaum noch zugänglich. Einkaufsstadt für das Umland. Begehrter Wohnort der oberen Alterspyramide. Deren Domäne der Radweg um das Meer herum ist. Und die diesen begleitenden Gastronomie.

 

 

 

 

 

 

 

Dreibergen. Drei Berge, drei Hügel, aufgeschüttet. Vor langer Zeit. Eine Motte, ein früherer Adelssitz. Befestigt. Wenn auch nur mit Holzpalisaden. Eine Tafel informiert über die kurze Geschichte der Befestigungsanlage. Schön am Ufer des Zwischenahner Meeres gelegen. Damals noch mit Elmendorfer Meer benamt. Nebenan erwacht das Hotel Seeschlößchen aus der langen Lethargie und wird wieder von Gästen frequentiert.

 

Die ursprüngliche Hügelburg wurde von den Oldenburger Grafen im 12. Jahrhundert angelegt. Diese Hügelburg, die ehemalige Landwehr bei Gristede, die deepe Burg bei Gießelhorst zeigen das damals noch kleine Territorium der Oldenburger Grafen an. Mit späteren Arrondierungen wurden Befestigungsanlagen nun im Inneren des Machtbereiches gelegen überflüssig, da sie die Funktion als Stärkung des Grenzbereiches verloren. 1331 gaben die Ritter von Elmendorf die Burg zurück an die Oldenburger Grafen. Nur die Hügel blieben übrig. Auffällige Höhengestalten in flacher (See)Landschaft. Leider steinlose Gesellen, aber dennoch in ihrer Wuchtigkeit imposant.

 

 

 

 

Dreibergen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Anleger in Dreibergen. Ein doch recht traurig stimmender Sammelplatz für Ältere. Die auf Bänken sitzend ins Meer starren. Mitgebrachte Brötchen essen. Das Meer sollte doch wirklich mehr sein als reines Schauen aufs Wasser. Mehr als Warten auf etwas, das nicht kommt.

 

 

 

 

 

 

 

Anleger Dreibergen


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Das Zwischenahner Meer. Tummelplatz der Alten. Im Besitz der Reichen. Priviligiert. Privatisiert. Aussperrungsgelände. Wenige dominieren über Viele. Über zuvieles vom Meer. Es bedarf wohl schon einer Revolution, um wieder mehr direkten Zugang zum Meer zu erlangen. Für die Allgemeinheit. Und nicht nur für Wenige. Mehr vom Meer haben will. Der Seggenwiesenweg ist ja schon mal ein guter Anfang dazu.  Wenn auch ein zu kleiner, zu kurzer. 

 

 

 

 

 

 

Zwischenahner Meer


 

 

 

 

 

 

 

Richtig lutherisch wird es einem beim Betreten der altehrwürdigen St.-Johannes-Kirche. Wenn auch die Überfülle von Gestühl, Emporen hier genannt Pricheln, Gewölben überrascht. Die Emporen scheinen in ihrer Mehrstöckigkeit in den Predigerhimmel zu steigen. Die Kanzel, der Aufstieg zu dieser, ist reichhaltig gestaltet und verziert. Fast ein Objekt ausgebliebener Bilderstürme. So ästhetisch wirkend. Hier wirkt nicht mehr nur noch das Wort, die Predigt. Hier hört das Auge mit. Auch der angegliederte Friedhof zeigt wunderschöne Alterspatina. Auch Selbstdarstellungen in der Begräbnisstätte. Nahezu protzig das Grab der Besitzer des Guts Eyhausen. Im Sommer beim Stadtfest muss der Friedhof mit Zäunen gegenüber einem Ansturm der Jugend verbarrikadiert werden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

St.-Johannes-Kirche


 

 

 

 

 

Neben einem fast global-lokalen Angebot an Parkplätzen hat man einige altlastige Bauernhäuser, Gehöfte, Mühlen, Scheunen, Schuppen aus dem Ammerland platziert. Ein merkwürdigster Drive-In in ein irgendwas. Das Eigentliche hier wird zur Nebensache. Zur bloßen Staffage. 

 

 

 

 

 

 

 

Bauernhausmuseum Ammerland


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Gut Eyhausen


 

 

 

 

 

 

 

Beim Durchradeln von Rostrup stellt man sich immer wieder die Frage, was und wo ist denn der alte Kern von Rostrup. Was ist das rostrupische an Rostrup? Immerhin ein historischer 5-Kilometer-Stein, wenn auch bei einer der vielen Neubausiedlungen, ist sichtbar. Funktionsbauten verschleiern mehr als sie offenbaren. Erstaunlicherweise die Berufsschule hier statt in der Kreisstadt. Auch ein Internat, eine Bildungstätte. Eine massive Pflanzenensemblisierung braucht schon den firmierenden Superlativ als Park der Gärten. In der alten Straße findet sich eine nette Siedlung mit Klinkersteinstraße. Der aufmerksame Blick findet weitere Kleinsiedlungen mit ähnlicher Bebauung. Was irgendwie fehlt, ist die Idee was Rostrup sein soll. Doch wohl mehr als eine ausgelagerte Außenstelle Bad Zwischenahns?  

Alte Luftbilder Rostrups erschrecken mit Bombentrichtertopographie des 2ten Weltkrieges. Mehrfach wurde der Flughafen bombardiert. Auch Jagdflugzeuge griffen mit Bordgeschützen an. Vom ehemaligen Flugplatz, starteten in den späten Kriegsjahren die Me 163 und die V1. Es gab auch noch einen militärisch genutzten Bereich für Wasserflugzeuge und eine Werft für Einmann-U-Boote. Das vormalige Krankenhausgelände am See, zurzeit verkündetes Palais am Meer, scheint nun den Charakter einer Planungsruine in sich zu tragen. Leider auch hier statt einer Öffnung des großen Seegeländes für die Allgemeinheit ein geplanter eingeschränkter Zugang für Exklusive. 

 

 

 

 

 

 

Rostrup